Zwei Frauen an einer Bushaltestelle.
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Sonja (li.) und Claudia Maier sind froh, dass es in Ottersberg endlich eine Fußgängerampel gibt.

Ein Jahr Probebetrieb

Endlich: Ottersberg hat eine Fußgängerampel

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Nach Jahrzehnten des Wartens und der Diskussionen hat Ottersberg jetzt eine Fußgängerampel an der Ortsdurchfahrt. Zunächst für ein Jahr auf Probe.

Sonja und ihre Tochter Claudia Maier stehen an der Bushaltestelle an der Kreisstraße EBE 2 in Ottersberg und warten auf den Schulbus. „Mein Kind geht seit heuer in die Schule und wir sind froh, dass endlich die Ampel da ist“, sagt Claudia Maier. Ihre Mutter nickt und fügt hinzu, dass die Ampel freilich nicht nur wegen ihres Enkelkindes gut und wichtig sei, sondern überhaupt für ganz Ottersberg. „Endlich! Wir haben so viele Jahre darauf gewartet.“

Eigentlich hätte die Ampel schon zum Schulstart stehen sollen

Sonja und Claudia Maier wohnen im Schererhof, direkt an der Durchgangsstraße. Dort, wo die Bushaltestellen sind, hat die Gemeinde Pliening in Absprache mit dem Landratsamt Ebersberg als zuständige Behörde die Bedarfsampel (Druckknopf-Ampel) aufstellen lassen. Eigentlich, sagt Plienings Bürgermeister Roland Frick, hätte sie spätestens am ersten Schultag stehen und in Betrieb gehen sollen. Das habe leider aus verschiedenen behördlichen Gründen nicht geklappt. Seit Freitagfrüh, 18. September, ist die Ampel da.

Weniger Gefahr insbesondere für Schulkinder

Dort warten Sonja und Claudia Maier auf den Schulbus, aus dem das Kind bzw. Enkelkind gleich aussteigen und mit über die Straße gehen wird – jetzt endlich mithilfe der Ampel. „Dennoch bringen wir ihr bei, dass sie aufpassen soll, selbst wenn die Autos Rot haben“, sagen Mutter und Großmutter. Weil weiterhin zahlreiche Autos zu schnell durch Ottersberg fahren und die Gefahr bestehe, dass die Ampel übersehen werde.

Überraschung aus dem Landratsamt: Gemeinde muss zahlen

Im Gemeinderat Pliening ist die Ampel seit Jahrzehnten Thema, immer wieder haben die Kommunalpolitiker mit Blick auf die stark befahrene Straße das zuständige Landratsamt gebeten, dort eine Fußgängerampel aufzustellen. Ohne Erfolg. Bis Landrat Robert Niedergesäß in der Bürgerversammlung im Januar 2020 (noch vor Corona) überraschenderweise verkündete, dass in Ottersberg eine Bedarfsampel aufgestellt werde – zunächst zur Probe für ein Jahr. Anhand der Nutzungszahlen wird anschließend entschieden, ob an der Stelle bei den beiden Bushaltestellen dauerhaft eine Fußgänger-Drückampel eingerichtet wird.

Was Niedergesäß damals, im Januar, verschwiegen hatte: Die Gemeinde Pliening muss die Kosten für die Ampel übernehmen. Obwohl für Kreisstraßen eigentlich der Landkreis bzw. das Landratsamt zuständig ist, Diese Überraschung präsentierte Bürgermeister Roland Frick in der Gemeinderatssitzung Ende Juni und gab bekannt, dass die Kosten rund 20.000 Euro betragen würden. Der Gemeinderat stimmte dennoch einstimmig der Installierung der Ampel zu. Die steht jetzt seit einigen Tagen. „Endlich“, wie nicht nur Sonja und Claudia Maier, sondern vermutlich viele Ottersberger erleichtert sagen.

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