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Der Einsatz war kompliziert und gefährlich.

Feuerwehr Pliening

Gefährlicher Einsatz auf Schwimmbagger

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Stromschlaggefahr und mehr! Das hätte  übel ausgehen können: Die Feuerwehren Pliening und Landsham wurden zu einem Einsatz der besonderen Art gerufen, auf einen Schwimmbagger.

Pliening - Das Einsatzstichwort „Brand B3 – Landwirtschaft, Fahrzeug / Maschine“ ließ erstmal nicht vermuten, dass die Freiwilligen Feuerwehren Pliening und Landsham am Mittwochabend zu einem mehrstündigen, komplizierten Einsatz alarmiert wurden. Bei der Ankunft am Einsatzort im Kieswerk der Firma Ebenhöh stellte sich heraus, dass es auf dem Schwimmbagger brennen sollte, teilt die Feuerwehr mit. Vermutlich durch einen technischen Defekt war es in einem Elektroschaltschrank zu einem Feuer gekommen. 

Laut Polizei Poing hatten zwei Arbeiter  nach einem elektrischen Kurzschluss versucht, die Sicherungen eines Schwimmbaggers zu wechseln. Dabei kam es zu einem elektrischen Spannungsbogen  sowie einer Brandentwicklung, bei der  einer der Arbeiter Verbrennungen im Gesicht erlitt. Der andere männliche Mitarbeiter klagte aufgrund der Rauchentwicklung über Atembeschwerden. Eine weitere ärztliche Versorgung war in beiden Fällen von Nöten. 

Die Schwierigkeit bestand für die Feuerwehrler  darin, den Bagger zu erreichen, da er 10 bis 20 Meter von der hohen Abbruchkante entfernt lag. Zudem mussten sie davon ausgehen, dass Teile des stählernen Koloss‘ eventuell unter Strom standen. Auch das von der Freiwillige Feuerwehr Poing hinzualarmierte Boot konnte aufgrund der steilen und sehr matschigen Uferböschung nicht zu Wasser gelassen werden.

Nachdem schließlich ein Elektriker den Bagger vom Land her stromlos geschaltet hatte, konnte ein 3-Mann-Trupp ausgerüstet mit Atemschutzgerät und mit Unterstützung von zwei weiteren Kameraden über den gut 500 Meter langen Schwimmsteg auf das Arbeitsgerät gelangen. 

Mit der Wärmebildkamera wurde dort festgestellt, dass das Feuer inzwischen selbst erloschen war und auch die Temperaturen nicht mehr kritisch waren. Die mitgeführten CO2-Löscher mussten so nicht mehr zum Einsatz gebracht werden. Nach der gründlichen Kontrolle des gesamten Schwimmgerätes konnten die Einsatzkräfte den Rückweg über die Stahlstege antreten. 

Währenddessen wurden auch die Flutlichter, die unter anderem über die Poinger Drehleiter die Einsatzstelle großflächig ausleuchteten, zurückgebaut. Nach knapp drei Stunden konnten alle Einsatzkräfte das Kieswerk wieder verlassen, nicht ohne zuvor alle Fahrzeuge durch die Waschanlage zu fahren. 

Zurück im Feuerwehrhaus wurden die eingesetzten Gerätschaften und Fahrzeuge gereinigt und wieder einsatzbereit gemacht. 

Die Schadenshöhe kann bislang nur geschätzt werden, teilt die Polizei Poing mit. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sich diese auf etwa 20.000 Euro beläuft. Neben mehreren Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr waren zwei Rettungswagen samt Notarzt sowie zwei Streifenfahrzeuge der PI Poing im Einsatz.

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