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Kristina Widmann will ihr Plieninger Ratsmandat abgeben.

Gemeinderat Pliening

Kristina Widmann legt Mandat nieder

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Pliening – Mit 23 Jahren war sie damals die jüngste Gemeinderätin im Landkreis Ebersberg. Mit 43 Jahren legt die mittlerweile zweifache Mutter das Ehrenamt jetzt nieder – aus privaten Gründen.

Am Donnerstag, 25. August, wird ihre letzte Sitzung sein. „Ja freilich verspüre ich Wehmut“, sagt die Landshamerin mit Blick auf das Ende ihrer Zeit im Gemeinderat. „Aber ich verabschiede mich weder aus der Gemeinde Pliening noch aus der Kommunalpolitik und werde weiterhin Vorsitzende des SPD-Ortsvereins bleiben.“ Als solche werde sie „vom Spielfeldrand hineinrufen“, wie sie lächelnd ankündigt. Roman Radke, Georg Rittler und jetzt Roland Frick: Kristina Widmann hat drei Bürgermeister erlebt. Und mitunter wilde und spannende Zeiten. „Am besten gefällt mir, dass wir in den vergangenen Jahren eine so tolle Entwicklung bei der Kinderbetreuung gemacht haben“, blickt die 43-Jährige zurück. Als sie vor 20 Jahren ins Kommunalparlament einzog, gab es lediglich zwei Kindergärten – St. Barbara in Pliening und „Sonnenschein“ in Landsham. Mittlerweile sind es vier Kindertagesstätten, die fünfte wird bald in Landsham-Süd errichtet. „Nicht zuletzt auch dank der Elterninitiative Pliening stehen wir heute so gut da.“ In den ersten zwei Perioden im Gemeinderat war Widmann zwölf Jahre Jugendreferentin der Gemeinde. Eine Zeit, an die sie sich gerne zurückerinnert. Spannend und wild war es, als der Jugendtreff im alten Greimel-Wirtshaus in Gelting zuhause war. Bis dieser wegen des maroden Bauzustandes des Gebäudes geschlossen werden musste. „Besonders schön fand ich es, dass beim Bau des Bürgerhauses von Anfang an für alle Parteien feststand, dass dort ein Jugendraum eingerichtet wird.“ Kristina Widmann hat in ihrer Zeit als Gemeinderätin häufig polarisiert – und sich oftmals den Zorn insbesondere der CSU zugezogen. Auf die Frage, ob sie denn glaube, dass der eine oder andere aus der gegenüberliegenden Fraktion sprichwörtlich drei Kreuzzeichen machen werde, weil sie jetzt aufhöre, antwortet die 43-Jährige schmunzelnd: „Kann schon sein.“ Als eine der wichtigsten kommunalpolitischen Aufgaben in naher Zukunft sieht die Marketing-Managerin die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum. „Ich bin froh, dass im Neubaugebiet Landsham-Süd Sozialwohnungen entstehen sollen“, sagt sie und weist darauf hin, dass der entsprechende Antrag von ihrer Fraktion gekommen sei. Ebenso jener, dass Landsham-Süd eine „Energie-Siedlung“ werde. Eines habe sie in den vielen Jahren nie verstanden: die Rivalität zwischen den Gemeinden Pliening und Poing. Hier die scheinbar noch „heile Welt“ eines Dorfes, dort die Wachstumsgemeinde und Schlafstadt Poing, die nach Meinung von manch Plieninger Gemeinderat keine Rücksicht auf die Belange der Nachbargemeinde nehme. Beispiel: Die jahrelange Diskussion um die Plieninger Umgehungsstraße. Die Gemeinde Poing lehnt diese kategorisch ab, weil es mehr Verkehr für die eigenen Neubaugebiete befürchtet; diese Argumentation wiederum kann die Mehrheit in Pliening nicht nachvollziehen, schließlich bedeute das Wachstum Poings auch mehr Verkehr für die Umgebung. Kristina Widmann wird solche Diskussionen künftig als interessierte Zuschauerin verfolgen, die weiterhin ihre Meinung kundtun werde. Ein Zuschauer war in den vergangenen Wochen und Monaten ihr Nachfolger im Gemeinderat: Kurt Strehlow (60) aus Landsham-Moos hat in jüngster Vergangenheit mehrere Sitzungen besucht, um sich schon einmal einzuarbeiten.

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