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Ein Menü aus Musik, Gedichten und mehr haben die Schüler und Lehrer ihrem Rektor Peter Bachmeier (im weißen Hemd) zum Abschied aufgetischt.

Grundschule Pliening 

Ein Hoch auf Rektor Bachmeier

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Zur Verabschiedung von Peter Bachmeier haben die Schüler und Lehrer der Grundschule Pliening ihrem Rektor ein köstliches Menü aufgetischt. Der genoss jeden Gang in vollen Zügen – und dankte allen Weggefährten.

Pliening – Einmal Lehrer, immer Lehrer: Als Anita und Melchior Stocker, die Gastwirtseheleute aus Landsham, ein paar Minuten zu spät in die voll besetzte Turnhalle kamen, begrüßte Peter Bachmeier sie mit den Worten: „Familie Stocker, dorthin setzen!“ Mit Schmunzeln erinnerten sich sowohl der Rektor als auch die Stockers in diesem Moment an die alte Schulzeit, als die kleine Anita und der kleine Melchior beim Lehrer Bachmeier im Unterricht waren. Nach 44 Jahren im Schuldienst, davon die letzten sieben Jahre als Chef in Pliening, hat sich Peter Bachmeier am Dienstag in die Pension verabschiedet. Mit einer langen Rede, in der er allen Weggefährten von früher bis heute dankte.

Gleich zur Begrüßung bat Bachmeier die aktuellen Grundschüler der 1. bis 4. Klassen um Verzeihung und Geduld, weil er versuchen werde, 44 Jahre Schulzeit in eine Stunde Rede zu packen. „Wenn es gar nicht mehr anders geht, mach’ die Augen zu und versuch’ ein bisserl zu schlafen“, lautete Bachmeiers Rat an die Kinder.

Normalerweise schwingen bei Abschieden die Honoratioren Lobreden und Dankesworte an die Hauptperson des Tages. Peter Bachmeier drehte den Spieß um und erbat sich, als einziger reden zu dürfen. Mit Lob und Dank sparte er dabei nicht, weder an sein engagiertes Lehrerkollegium, noch an die Schüler, die Eltern, das Sekretariat, die Gemeinde Pliening, die Sponsoren, den Elternbeirat undundund.

Weil doch nicht alle Kinder einschlafen konnten und die Nervosität anstieg, unterbrach der Schulleiter seine Rede nach gut 40 Minuten und bat die Mädchen und Buben ins Rampenlicht. Die hatten in den vergangenen Wochen zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern ein Abschiedsmenü einstudiert, das sie singend, tanzend und dichtend vortrugen. Nachdem zum Abschluss alle Lehrer ein Hochlied auf Bachmeier gesungen hatten, passierte dem Rektor etwas seltenes: Er war sprachlos. Sekundenlang stand er vor der Bühne, blickte auf Lehrer und Schüler – und sagte: nichts. Dann bedankte er sich, sichtlich bewegt und gerührt.

Was ihm besonders gefallen haben dürfte: Die Kinder boten ihre Vorstellung auf Bairisch dar, in schönstem Dialekt. Da geht einem wie Peter Bachmeier, ein Verfechter der bairischen Sprache, das Herz auf. Was immer wieder zu sehen war, als er schmunzelte und grinste, während Schüler und Lehrer auf der Bühne agierten. Sie flochten gekonnt die Vorlieben und Hobbys des scheidenden Rektors ein, sei es das Malen, Dichten, Angeln oder Radfahren. Und warum der ganze Aufwand? „Des ois macha mir heit, damit sich der Herr Bachmeia sakrisch gfreit!“, dichteten die Schüler. Und wie er sich gefreut hat! Bis auf maximal zehn Tage sei jeder Tag schön gewesen im Schuldienst und in „seiner“ Plieninger Grundschule, sagte er. Dann Bachmeiers letzte Worte, bevor es zum Büfett ging: „I bin da Bäda, und do war i dahoam!“

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