Zwei junge Erwachsene
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Weil im Keller wegen Corona keine Partys mehr möglich sind, haben Conrad Braun (li.) und Felix Homann in dem Raum jetzt ihre Modedruckwerkstatt eingerichtet.

Start-up in Corona-Zeiten

Jung, unabhängig: Zwei Plieninger (19 und 20) gründen in Corona-Krise eigenes Modelabel

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Während der Corona-Krise ein Start-up-Unternehmen gründen? Conrad Braun (19) und Felix Homann (20) aus Pliening haben es getan: ein Modelabel im Partykeller.

Pliening – Eine Bar mit Theke aus Holz, ein DJ-Pult, bunte Wände – alles selbst gebaut und gestaltet: der Kellerraum im Hause Homann in Gelting (Gemeinde Pliening) war bis vor einem Jahr Partyraum. Felix Homann (20) und sein Freund Conrad Braun (19) luden Freunde ein, gemeinsam wurde gefeiert. Bis Corona kam. Jetzt ist der Raum eine Modewerkstatt. Felix Homann (BWL-Student) und Conrad Braun (Auszubildender zum Software-Entwickler) haben das Modelabel „Young Independent“ gegründet. Sie haben sich vom eigenen ersparten Geld aus verschiedenen (Ferien-)Jobs eine Siebdruckmaschine gekauft, um ihren Labelnamen und das Logo auf T-Shirts und Hoodies zu drucken. „Wir achten bei der Wahl unserer Textilien sehr auf den nachhaltigen Einfluss auf die Umwelt. Garantiert wird dieser hohe Standard durch Gütesiegel wie das Global Organic Textile Standard Siegel und das der Fair Wear Foundation“, schreiben die beiden Jungunternehmer auf der Internetseite mit Onlineshop www.young-independent.de.

Pliening: Young Independent - Jung unabhängig

Jung unabhängig, so die Übersetzung, wollen Felix Homann und Conrad Braun sein. Nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft. „Unser Ziel ist nicht ein Fünf-Tages-Beruf mit Arbeiten von 9 bis 17 Uhr, sondern die Selbstständigkeit.“ Diese möchten sie nach Abschluss des Studiums bzw. der Ausbildung erreichen. In etwa zwei bis drei Jahren.

Der Traum von der Selbstständigkeit

Das Modelabel ist ein Schritt auf dem Weg dahin. „Langfristig wollen wir andere junge Menschen motivieren, ihr eigenes Ding zu machen“, sagen die jungen Erwachsenen. Homann und Braun wollen ihre Erfahrungen, die sie auf dem Weg zur Gründung eines Start-up-Unternehmens gemacht haben, an andere weitergeben. In Vorträgen, beispielsweise. „Eine große Community für Start-upper schaffen“, nennen sie als Traum. In der man sich gegenseitig hilft und unterstützt. Weil: „In der Schule lernt man ja nicht, wie man eine eigene Firma eröffnet, wie man eine Steuererklärung macht, wie man Sponsoren bekommt.“

Vom Party-Shirt zum Modelabel

Auf die Idee für ein eigenes Modelabels (die Namensrechte haben sich Felix Homann und Conrad Braun gesichert, das Gewerbe ist seit Ende Juni 2020 angemeldet) kamen die beiden durch eine ihrer Kellerraum-Partys: „Wir hatten mal für jeden Besucher ein T-Shirt gemacht und gesprüht“, erzählen sie. Eineinhalb Monate haben sie überlegt, welchen Namen sie ihrem Label geben sollen. Weitere vier Monate habe es gebraucht, bis das Logo fertig war. Es steckt viel Kreativarbeit hinter dem, was so einfach aussieht: zwei „Y“ nebeneinander, eines spiegelverkehrt, das andere auf den Kopf gestellt. Dazwischen ergibt sich ein weißes „I“. Young Independent. Jung, unabhängig, kreativ. Mit Siebdruck-Werkstatt im ehemaligen Partykeller.

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