+
Die Zentrale des Kieswerks Ebenhöh (auf unserem Bild) plant, künftig erstmals nördlich des Abfanggrabens Kies abzubauen. 

Diskussion um neuen Kiesabbau

Kiesabbau-Erweiterung in Landsham: Alle Wege führen noch nicht zum Kies

  • schließen

Das Kieswerk Ebenhöh in Landsham plant, eine neue Fläche auszubeuten, die sich nördlich des Abfanggrabens befindet. Der Bauausschuss der Gemeinde Pliening aber sagt vorerst Nein. 

Landsham – Das Landshamer Kieswerk Ebenhöh möchte den lange vorgesehenen Sprung über den Abfanggraben machen und künftig auch nördlich davon Kies abbauen. Im Regionalplan München ist die Fläche bereits eingetragen und zugelassen, derzeit wird das 16,7 Hektar große Areal (entspricht etwa 23 Fußballfeldern) landwirtschaftlich genutzt. Laut Angaben des Kieswerks soll der Abbau auf circa 15,4 Hektar erfolgen und etwa zwölf Jahre dauern, teilte die Verwaltung jetzt in der Bauausschusssitzung des Gemeinderates mit. Das Abbauvolumen betrage rund drei Millionen Kubikmeter, die Entfernung zur nächstgelegenen Wohnbebauung circa 300 Meter.

Landsham: Abbaufläche so groß wie 23 Fußballfelder

Wie schon bei anderen Flächen in der Vergangenheit, plant Ebenhöh, auch das neue, künftige Abbaugelände nach der Ausbeutung zu renaturieren. Inklusive Landschaftssee, der für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Für die Renaturierungsmaßnahmen nach Ablauf der zwölf Jahre Abbau-Zeit werden drei Jahre veranschlagt.

Kies-Abbau über zwölf Jahre hinweg

Soweit die Theorie. In der Praxis hat der Bauausschuss das Vorhaben nun erst mal abgelehnt – weil er gar nicht anders konnte, wie Bauamtsleiter Martin Schmidt-Roschow hinterher erläutert. Grund: Die Erschließung des ins Auge gefassten Areals ist noch nicht rechtlich gesichert. Weil sich die Wege für Zu- und Abfahrten in Privateigentum befinden, müsse das Kieswerk hierfür im Grundbuchamt eine dingliche Sicherung eintragen lassen, dass es die Wege nutzen darf, erläutert Schmidt-Roschow. Die geplante Erschließung der neuen Kiesabbaufläche soll über bereits bestehende Brücken über den Abfanggraben erfolgen. Allerdings würde hierbei eine OMV-Mineralölfernleitung gekreuzt.

Noch ein Problem: eine OMV-Mineralölleitung

Grundsätzlich hat die Gemeinde Pliening (namentlich: der Bauausschuss) nichts gegen den geplanten, weiteren Kiesabbau. Sie regt an, die Arbeiten auf Montag bis Freitag, von 7 bis 20 Uhr, zu begrenzen. So, wie die Firma Ebenhöh es jetzt schon praktiziere. Nur die Erschließung sei eben problematisch, sagt Bauamtsleiter Martin Schmidt-Roschow.

Pliening: Kiesabbau am 20. Februar Thema im Gemeinderat

Die Beschlüsse des Bauausschusses sind Empfehlungen an den Gemeinderat. Der beschäftigt sich in seiner öffentlichen Sitzung am 20. Februar mit dem Thema – und wird endgültige Entscheidungen treffen. „Die Firma Ebenhöh kennt diesen Termin“, sagt Schmidt-Roschow. Bis dahin habe das Unternehmen Zeit und Möglichkeit, neue Unterlagen bzw. Vereinbarungen vorzulegen, über die dann in der Gemeinderatssitzung diskutiert und abgestimmt werden könne.

Apropos Kommunalpolitik: Hier lesen Sie, wie sich Pliening vom Dorf zur Hauptstadtvorstadt verändert

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Herrmannsdorf-Gründer Karl Ludwig Schweisfurth ist tot - sein Werk wird weiterleben
Karl Ludwig Schweisfurth, Gründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Sein Einsatz für Nachhaltigkeit und Tierwohl war bedeutend.
Herrmannsdorf-Gründer Karl Ludwig Schweisfurth ist tot - sein Werk wird weiterleben
Forstinning: Hier  dreht sich fast alles um die Staatsstraße
Der neue Gemeinderat in Forstinning wird sich  insbesondere mit einem Thema beschäftigen müssen: der Staatsstraße und der Umfahrung von Schwaberwegen.
Forstinning: Hier  dreht sich fast alles um die Staatsstraße
Willkommen an der Zankstelle
In Grafing gibt‘s Zoff: Bürger wehren sich gegen eine geplante Tankstelle an der Münchener Straße. Der Ton ist rau.
Willkommen an der Zankstelle
Rechtsextremismus bestimmt Rauschers Sozialempfang
Das Thema Rechtsextremismus hat den traditionellen Sozialempfang der Ebersberger SPD-Landtagsabgeordneten Doris Rauscher bestimmt.
Rechtsextremismus bestimmt Rauschers Sozialempfang

Kommentare