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„Es sind alles normale Menschen“: Radiomoderator Thorsten Otto (li.) hat bei einer Fortbildung in Plienings Grundschule den Lehrerinnen und Lehrern Ratschläge gegeben, wie sie sich bei Gesprächen mit Eltern gleich welcher Art richtig verhalten können.

Fortbildung

Lehrer sollen auf Augenhöhe mit Eltern

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Pliening - Radiomoderator Thorsten Otto (Bayern 3) hat Plienings Grundschullehrerinnen und -lehrern Tipps gegeben, wie sie sich bei Gesprächen mit Eltern am besten verhalten - damit beide Seiten gewinnen. 

In Anzug und Krawatte marschiert ein Endvierziger ins Klassenzimmer zur Sprechstunde der jungen Lehrerin. Grundschule Pliening. Das Kind des Vaters besucht die 4. Klasse und steht vor dem Übertritt. Der Vater will, dass sein Sprössling aufs Gymnasium geht. Die Lehrerin weiß, dass Leistung und Noten das nicht hergeben. Der Vater gibt ihr in scharfem Ton zu verstehen, dass es so nicht gehe und die Lehrerin gefälligst dafür sorgen müsse, dass das Kind.... .

Was nach einer fiktiven Geschichte klingt, ist nicht nur in Pliening schon mal passiert, sondern geschieht regelmäßig an vielen Grundschulen in Bayern. Was tun als Lehrer/in? Wie verhalten in einem solchen Gespräch? Wie überhaupt agieren im Dialog mit Eltern, egal ob kritisch oder nicht? Plienings Schulleiter Peter Bachmeier kennt knifflige Gespräche zwischen Lehrern und Eltern zu Genüge. Damit seine Kolleginnen und Kollegen künftig anders, vielleicht besser als sonst, mit solchen Situationen umgehen, hatte er für den gestrigen Donnerstagnachmittag einen Profi eingeladen: Bayern 3-Moderator Thorsten Otto. Der 52-Jährige hat in seiner Sendung „Mensch, Otto!“ bislang fast 2000 Gespräche mit Menschen aller Art geführt – gestern gab er den Plieninger Lehrerinnen und Lehrern Tipps und Ratschläge, wie sie die richtigen Worte finden. Insbesondere bei Alpha-Männern und hysterischen Müttern.

Zu viel aus der Schule soll hier nicht geplaudert werden, schließlich hat der Radiomoderator den Lehrkräften unter anderem immer wieder eingeschärft, das Gegenüber zu überraschen und vor allem: sich selbst nicht zu erniedrigen. Dafür gab er ihnen Ratschläge, die sie in der Praxis ausprobieren und umsetzen werden. „Die Eltern wollen was von ihnen. Sie wollen, dass es ihren eigenen Kindern gut geht“, sagte er zu den Lehrern. Somit sei es falsch, beispielsweise bei augenscheinlich starken, dominanten Männern einzuknicken. „Wichtig in einem Gespräch ist die Fähigkeit, Augenhöhe herzustellen“, betonte Otto immer wieder. Außerdem: „Es geht hier in der Grundschule nicht um Leben und Tod.“ Deshalb wolle er bei dieser besonderen Art der internen Lehrerfortbildung versuchen, den Lehrkräften „den Bammel vor manch schwierigen Gesprächen und Gesprächspartnern zu nehmen.“

Wie Grundschullehrer – die laut Thorsten Otto besonders wichtig für das Leben sind, weil sie Kinder in diesem Alter stark prägen – Gespräche mit Eltern in der Sprechstunde sowie mit Kindern im Schulalltag in verschiedensten Situationen am besten für alle Seiten führen können, zeigte und erläuterte der Moderator anhand von Beispielen und Rollenspielen. Dabei sprach er auch immer wieder an, dass nicht nur die Worte an sich wichtig sind, sondern auch das richtige und aufmerksame Zuhören sowie die eigene Körpersprache. Ist man sich dessen und anderes mehr bewusst, gerät weder das Gespräch mit dem forschen Vater im Anzug aus dem Ruder noch der Disput mit einer Mutter darüber, welche Hausaufgabe fürs Kind denn die beste sei.

Seine Erfahrungen, die er in den vergangenen Jahrzehnten als Radiomoderator und Interviewer gesammelt hat, hat Thorsten Otten in ein Buch gepackt, welches seit Juli auf dem Markt ist. Titel: „Die richtigen Worte finden - Ein Radiomoderator erklärt, wie Sie mit jedem jederzeit gute Gespräche führen können“. 

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