Rohbau
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Stillstand seit knapp drei Jahren: Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt der MARO-Genossenschaft in Landsham. Jetzt hat der Vorstand beschlossen, dass weitergebaut wird. Die Fertigstellung ist nun für Ende 2022 vorgesehen. 

Seit drei Jahren Baustopp

Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Landsham: Jetzt soll der Bau weitergehen - Fertigstellung Ende 2022

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Landsham soll zu Ende gebaut werden. Nach drei Jahren Stillstand werde es nun weitergehen, kündigt die MARO-Genossenschaft an.

Landsham – Geplant war es eigentlich so: Barbara und Herbert Zeller kaufen Genossenschaftsanteile und bei Bedarf bezieht Herbert Zeller eine Wohnung in der Demenz- und Seniorenwohngemeinschaft, die die MARO-Genossenschaft in Landsham baut. Im April 2017 unterzeichneten die Eheleute Mitgliedsanteile im Gesamtwert von 23.000 Euro. Barbara Zeller war damals schwer krebskrank, sie wollte sichergehen, dass ihr Mann, der heute an Demenz leidet, gut untergebracht ist, sollte sie die Erkrankung nicht überleben.

Landsham: Baustopp wegen zahlreicher Baumängel

Gekommen ist alles anders: Barbara Zeller hat den Krebs (der sie zum zweiten Mal heimgesucht hatte) besiegt. Sie lebt mit ihrem Mann immer noch im Privathaus in Landsham, sie kümmert sich um ihn, tageweise ist er in Pflege im Collegium 2000 in Kirchheim. Das von MARO geplante Mehrgenerationen-Wohnprojekt an der Straße „An der Chaussee“ am Ostrand von Landsham? Der Rohbau steht, seit April 2018 aber geht’s nicht weiter. Spatenstich war im März 2017.

Landsham: Spatenstich war im März 2017, Baustopp ist seit April 2018

Die Gründe für den Baustopp sind Baumängel. Dies erläuterte MARO-Vorstand Martin Okrslar im Sommer 2019 bei einem Termin auf der Baustelle. Insgesamt seinen 59 Mängel festgestellt worden, der gravierendste: Die Holz-Beton-Verbunddecken seien mutmaßlich auf Grundlage falscher Statikberechnungen eingebaut worden. Ein Trockenbauer habe später festgestellt, dass an einigen Stellen in den Gebäuden die Decke verformt sei und habe die MARO darüber informiert. Laut Okrslar folgten zahlreiche Untersuchungen, Gutachten, die beauftragte Baufirma habe zunächst Unterlagen nicht herausgeben wollen. Um Beweise zu sichern, habe der Bau seitdem nicht mehr fortgesetzt werden können.

Juristische Auseinandersetzungen

Die anwaltliche Auseinandersetzung zwischen der Genossenschaft als Bauherrin und den beteiligten Unternehmen sei immer noch nicht beendet, antwortet Martin Okrslar auf Nachfrage unserer Zeitung: „Mit zwei von drei Parteien sieht es nach einem Vergleich aus, mit einer Partei wird es wohl zu einem Prozess kommen.“ Inzwischen sei die Sachlage so gut dokumentiert, dass der MARO-Vorstand im Januar beschlossen habe, „dass wir jetzt in die Sanierung und Fertigstellung einsteigen“, schreibt Okrslar per E-Mail. „Wir können nun weiterbauen, ohne dass wir Gefahr laufen, unsere juristische Position kaputtzumachen.“ An einen Abriss des Rohbaus und Beendigung des Projekts sei nie gedacht worden. „Fertigbauen war immer unser Ziel“, so der MARO-Vorstand. Aktuell gehe er davon aus, dass die Häuser Ende 2022 bezogen werden können.

Vielleicht, so Barbara Zeller, werde dann ihr Mann dort einziehen. Laut MARO sind im Mehrgenerationenprojekt in Landsham 17 Wohnungen geplant, zusätzlich 18 Plätze in zwei Wohngemeinschaften für Demenzkranke und Senioren (jeweils neun Plätze). Einen finanziellen Schaden hätten sie aufgrund des Baustopps keinen, sagt Zeller. Die jährliche Gewinnausschüttung durch die anderen MARO-Projekte in Oberbayern werde weiterhin ausbezahlt. „Die Zinsen sind höher, als wenn wir das Geld bei einer Bank angelegt hätten.“

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