1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Pliening

Neubeginn nach 100 Jahren: „Schlegl-Hof“ in Gelting ist jetzt Biohof und bekommt „Hofkistl“

Erstellt:

Von: Armin Rösl

Kommentare

eine junge Familie auf einem Bauernhof
Bereit für Gegenwart und Zukunft: Quirin Kollmannsberger und Viktoria Hilger mit den Töchtern Thea und Anna. © Armin Rösl

Vor 156 Jahren gegründet, ist der ehemalige „Schlegl-Hof“ in Gelting unter neuer, junger Führung. Quirin Kollmannsberger und Viktoria Hilger setzen voll auf Bio.

Gelting – Traditioneller, alteingesessener landwirtschaftlicher Betrieb feiert 100. Geburtstag und wird zum Biohof: Diese Entwicklung hat das Anwesen an der Straße Am Urtel 22 in Gelting (Gemeinde Pliening) absolviert bzw. ist noch mitten drin. Der vor 156 Jahren gegründete Hof (Hofname: „Beim Schlegl“) ist seit 1922 im Besitz der Familie Laurent/Kollmannsberger. Vor fünf Jahren haben Quirin Kollmannsberger und seine Frau Viktoria Hilger den Hof gepachtet, ihn vor zwei Jahren komplett übernommen und das „kleine Sachl“, wie sie selbst sagen, in einen Vollerwerbsbetrieb umgewandelt – mit rein biologischer Landwirtschaft. Als Lebensgrundlage für die Familie und „weil wir davon überzeugt sind“, sagen sie.

Gelting: Lebensgrundlage für die Familie

Der Biohof ist ein Naturland Betrieb. Heuer starten der 28-jährige Landwirt und Gärtner (Fachrichtung Gemüseanbau) und die 29-jährige Hauswirtschafterin und Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung ein neues, eigenes Projekt: das „Hofkistl“.

Ab Frühjahr soll es das Kistl als Abo jede Woche einmal geben. Gefüllt mit Gemüse nach Saison, 100 Prozent biologisch, regional und saisonal, versprechen Quirin Kollmannsberger und Viktoria Hilger. Biologisch, weil die beiden den Betrieb biologisch bewirtschaften, die Attribute saisonal und regional verstehen sich von selbst. Für Salate und Co. (darunter beispielsweise Paprika, Auberginen, Physalis und Chilis) haben die beiden 2021 ein eigenes Gewächshaus gebaut, das bei Bedarf ausschließlich mit Holz beheizt wird. Die ersten Setzlinge sind bereits in der Erde, die ersten Salate haben zu sprießen begonnen.

Neues Gewächshaus und Weideochsen mit Blick auf die Alpen

Einkaufen kann man schon jetzt am Hof: Direkt an der Straße (die wenig befahren und bei Spaziergängern beliebt ist, bei entsprechendem Wetter sieht man vor hier oben aus die Alpenkette) steht ein kleines Holzhäusl, in dem Quirin Kollmannsberger und Viktoria Hilger frische Produkte aus ihrer Landwirtschaft anbieten.

Den Ausblick von hier oben können theoretisch auch die Weideochsen (Dexterrinder) genießen. Sie gehören ebenfalls zum Hof, Quirin Kollmannsberger hegt und pflegt sie selbst, geschlachtet und verarbeitet werden sie in der nahe gelegenen Metzgerei Holzner in Pliening. Alle sechs bis acht Wochen gibt es Weidefleisch frisch ab Hof – auch auf Bestellung (Informationen unter www.biohof-kollmannsberger.de).

„Hofkistl“ ab Frühjahr

Mit 15 Hektar Land sind Quirin Kollmannsberger und Viktoria Hilger keine Großbauern. Wollen sie nicht sein und auch nicht werden, betonen sie. „Wir betreiben lieber intensiv nachhaltige biologische Landwirtschaft“, sagen sie. Für sich und für die nächste Generation, die schon für viel Fröhlichkeit und Betrieb auf dem Hof sorgt: die Töchter Thea (sieben Monate) und Anna (drei Jahre).

Auch interessant

Kommentare