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Lebensfreude pur: Gegen Ende der diesjährigen Sommerkonzerte gab es noch eine feurige „Fiesta Flamenca“

Ottersberger Stadlkultur

Ewiger Kampf

Rudi Zapf lässt sich nicht unterkriegen. Die Besucherzahlen schwinden, aber der Veranstalter der Ottersberger Stadlkultur macht immer weiter. Weil er Spaß daran hat.

Pliening – Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehören Stadlkulturtage und Sommerkonzerte in Ottersberg (Gemeinde Pliening) zu den kulturellen Höhepunkten in Landkreisnorden. „Es gibt diese Veranstaltungen hier im Stadl vom Selmerhof inzwischen ohne Pause seit 23 Jahren“, rechnet Rudi Zapf vor. Der international erfolgreiche Hackbrettvirtuose macht kein Geheimnis daraus, dass manche der Veranstaltungen nicht gut besucht waren. Das sei auch heuer so gewesen, fügte er hinzu. Nach einem Rückgang 2016 war es ein Jahr danach wieder besser, doch 2018 war leider nur ein Abend ausverkauft.

„Ich habe inzwischen meinen Anspruch verändert“, sagt Zapf. „Ich mach die Stadlveranstaltungen trotzdem, aber lade nur Künstler ein, die mir Spaß machen!“ Es wäre ein Leichtes, den Stadl mit bekannten Solisten immer voll zu kriegen. „Ich renne diesen Leuten aber nicht hinterher“, sagt Zapf und fügt hinzu, dass „mit wenigen Ausnahmen“ künftig kaum noch Solisten zum Zuge kommen würden.

Musikalische Gruppen mit drei, vier oder mehr Akteuren sollen im Vordergrund stehen, gerne auch aus dem Nachwuchsbereich. Deshalb wurde bereits heuer die Bühne um einen Meter tiefer gemacht, was natürlich Zuschauerplätze gekostet hat. „Jetzt haben drinnen im Stadl nur noch rund 170 Leute Platz“, rechnet er vor. „Das muss ich in Kauf nehmen.“

Wenn bei schönem Wetter die Tore offen bleiben, können es auch mehr sein. Rudi Zapf räumt ein, dass er mit seinen Planungen für das nächste Programm meist erst zum Jahreswechsel und damit relativ spät beginnt. Trotzdem könne er sich aus der Vielzahl an Künstlern in der Regel die aussuchen, die er gerne möchte und auch ins Programm passen. Als Beispiel nennt er die Gruppe „Cubavaria – Cubaboarisch 2.0“ von Leo Meixner. „Die hat es vor einem Jahr noch gar nicht gegeben“, lacht er. „Der Abend war mein Gegenpol zum WM-Fußballspiel Deutschland gegen Schweden – und er war ausverkauft!“

Trotzdem wirkt Rudi Zapf nachdenklich, wenn es um die Zukunft seines Kulturstadels geht. „Nächstes Jahr habe ich 40-jähriges Bühnenjubiläum als Hackbrettspieler“, sagt er. „In zwei Jahren werden die Stadlkulturtage 25 Jahre alt.“ Er hofft, dass dieses Jubiläum noch gefeiert werden kann. Leider fehlen ihm zwischenzeitlich auch aus Altersgründen langjährige, treue Helferinnen und Helfer für Vorbereitung, Aufräumen und Küche. Ohne die wird es schwierig, alles durchzuziehen.

dul

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