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Bier verwässern ist kein Kavaliersdelikt! Schon gar nicht in Bayern. Der Fall landet natürlich vor Gericht.

Pleaninga Theaterbagasch

Das waren noch Zeiten!

Pliening - Ist es etwa die Sehnsucht nach der angeblich so „guten, alten Zeit“?  Die Premiere des „Königlich Bayerischen Amtsgerichts“ im Plieninger Bürgersaal ist jedenfalls restlos ausverkauft.

„Nur keine Sorge“, beruhigt Markus Burgmair schon mal. „Es gibt noch für alle Aufführungen Eintrittskarten.“

In seiner Begrüßung erinnert der Vorsitzende der Theaterbagasch daran, dass in Pliening seit 40 Jahren regelmäßig Theater gespielt wird und zum Jubiläum 2017 mit dem „Königlich Bayerischen Amtsgericht“ etwas Besonderes ausgesucht worden sei. Drei Episoden kommen dabei auf die Bühne, geschrieben von Georg Lohmeier. „Der Rosstäuscher“, „Die hl. drei Madln“ und „Der Bierpanscher“.

Die drei Fälle werden nacheinander verhandelt und vom Richter (Franz Wutz) mit den Notizen des Schreibers (Sepp Feicht), einem zackigen Wachtmeister (Andreas Wachinger) und einem aus dem Schwäbischen stammenden Staatsanwalt (Günther Schuler jr.) der bayerischen Gerechtigkeit zugeführt. Insgesamt stehen rund zwei Dutzend Laienschauspieler der Pleaninga Theaterbagasch auf der Bühne – ausgestattet mit tollen Kostümen.

Es war eine ganz andere Zeit damals, Züchtigung in gewissem Maße „zur Erziehung“ war erlaubt. Wie sich dagegen wehren? Zum lieben Herrgott beten war eine Möglichkeit, Selbstjustiz in besonderen Situationen eine andere. So hatten sich in „Die hl. Drei Madeln“ die drei Frauen (Stefanie Wenhart, Barbara Betz und Gaby Schlutow) zum Ziel gesetzt, aus dem Kölbl Bartholomäus (Andreas Grübl) die böse Trunksucht heraus zu prügeln. Die Sache wird ebenso gerichtsmassig wie zu Beginn der Vorstellung eine überaus verzwickte Geschichte, die ihre Ursache in zwei offenbar vor die falschen Kutschen gespannte Rösser hatte. Mit ihrer „Ladung“ steuern die Pferde normalerweise automatisch ihren Heimatstall an, trotzdem landen die betrunkenen Bauern in falschen Betten. Der Staatsanwalt (Günther Schuler) fordert vehement eine Bestrafung auf Basis der Kuppelei.

Schließlich muss nach der zweiten Pause unter dem Titel „Der Bierpanscher“ noch geklärt werden, ob der Wirt von Reamading (Manfred Kollmannsberger) die Maß Bier von seinem Sommergast Dr. Fuchs (Armin Schubert) absichtlich mit Wasser „verlängert“ hat. Dass in der Gaststätte allerdings womöglich besondere dunkle Geschäfte abgewickelt werden und viel mehr als „wässriges Bier“ dahinter steckt, wird ebenfalls geklärt.

Weitere Aufführungen finden am Samstag 7. Januar, um 19.30 Uhr, am Sonntag, 8. Januar, um 18 Uhr, sowie Freitag, 13. und Samstag 14. Januar, jeweils um 19.30 Uhr auf der Bühne des Bürgersaals in Pliening statt. 

dul

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