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Die erste CSU-Riege (v.l.): Ehrenvorsitzende Christa Stewens, Michael Niebler, Franziska Hilger, Europaabgeordnete Angelika Niebler, Robert Niedergesäß, Andreas Lenz, Thomas Siegel und Elfriede Gindert. 

Partei will sich verjüngen und Frauen anlocken

CSU im Landkreis Ebersberg: Zu männlich, zu alt

Die CSU im Landkreis Ebersberg will jünger und weiblicher werden. Dieses Signal geht von der Kreisdelegiertenversammlung in Pliening aus.

Pliening – Seine Wiederwahl zum CSU-Kreisvorsitzenden bekam er am Telefon mit: Thomas Huber, der sich nach einer Bandscheiben-Operation derzeit zu Hause auskuriert, wurde bei der Versammlung der Kreisvertreter von Wahlleiter Michael Niebler sofort aus dem Plieninger Bürgerhaus informiert. Er freute sich hörbar für alle übers Mikrofon.

Auch der übrige Vorstand bleibt nahezu unverändert und geht jetzt offensichtlich hoch motiviert in die Europawahl. „Wir müssen jünger und weiblicher werden“, rief Landrat Robert Niedergesäß als Hubers Vertreter die Versammlung der Christsozialen auf, „nur 25 Prozent Frauen und ein Altersdurchschnitt von 57 Jahren bieten noch viel Luft nach oben“. 1995 Mitglieder weise momentan der CSU-Kreisverband Ebersberg auf, „in der stärksten Wirtschaftsregion Deutschlands“.

Die letzten Wahlen waren „schwierig“

Niedergesäß gab zu, dass die beiden vergangenen Jahre mit Bundes- und Landtagswahlen „schwierig für uns“ waren, dabei habe der lokale Kreisverband „aber noch verhältnismäßig gut“ abgeschnitten. Kurz ging der Landrat auf wichtige Entscheidungen der Vergangenheit ein: die Sanierung der Straße bei Egmating, barrierefreie Bahnhöfe, eine sanierte Kreisklinik mit wieder geförderter Geburtshilfe, die erste deutsche Senioren-Ampel in Ebersberg und das Forum Sozialer Landkreis. Die CSU habe viel geleistet im Kreis, nur das neue Versöhnungsgesetz im Rahmen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ müsse im Interesse der noch unzufriedenen Landwirte nachgeschärft werden.

Zeitweise angespannte Finanzlage

Dass Wahlen sich auch auf die Parteikasse niederschlagen, wusste Schatzmeister Thomas Siegel zu berichten: „2018 hatten wir bei Einnahmen von rund 208 000 Euro (darunter 77 000 Euro Spenden) immerhin Ausgaben in Höhe von 223 000 Euro. Doch wir haben uns mittlerweile erholt und gehen jetzt auch finanziell gestärkt in die Kommunalwahlen 2020“.

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Dieses positive Bild bestätigte auch Kassenprüfer Peter Murr, der Siegel eine professionelle und korrekte Finanz-Führung bescheinigte. Vor den Wahlen zum neuen CSU-Kreisvorstand (siehe Kasten) konnten Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz und stellv. Kreisvorsitzende Barbara Burgmayr-Weigt noch einige ausgeschiedene Vorsitzende mit kleinen Geschenken ehren: Markus Kätzlmeier (Egmating) und Georg Rittler (Pliening) wurden für zwei Jahre Tätigkeit ausgezeichnet, zehn Jahre lang dienten Stefan Zacherl (Emmering) und Joachim Saam (Poing) der Partei. Als ehemalige Kreisvorsitzende wurde noch Eva Lawes (Poing) geehrt.

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Schließlich stellte die stellvertretende CSU-Vorsitzende und Abgeordnete im Europa-Parlament, Angelika Niebler aus Vaterstetten, zum Schlussspurt im Europa-Wahlkampf noch einmal die wichtigsten Ziele ihrer Partei in den Vordergrund.

Friedbert Holz

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