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Willkommen im Frischluftstall: Christian und Lisi Burghart mit Sophia, Anna und Korbinian. Auf ihrem Hof in Ottersberg bietet die Familie Rindfleisch an – und für jedermann die Möglichkeit, selbst Kartoffeln und Co. anzubauen.

Direktvermarktung

Die Burgharts und ihr Mitmach-Hof

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Pliening - Lisi und Christian Burghart standen vor der Wahl: In den eigenen Hof investieren – oder die Landwirtschaft aufgeben. Sie haben sich fürs Weitermachen entschieden – und für direkte Wege zum Kunden. Wer möchte, kann sogar seinen eigenen Acker pachten.

Kartoffeln, Gemüse und/oder Salat selbst anbauen, gerne. Aber wo? „Gerade in den Neubaugebieten von Poing haben die Leute nur ganz kleine Gärten und keinen Platz“, hat Lisi Burghart aus Ottersberg beobachtet. Sie und ihre Familie aber haben genügend Platz – und stellen ihn zur Verfügung. Für Privatpersonen, die selbst ackern wollen. Der Ortsteil von Pliening ist von See- und Zauberwinkel in Poing-Nord fünf Autominuten entfernt – und so ganz anders als die Wachstumsgemeinde. Ländlich und mit viel Platz zum Leben und für den Selbstanbau. Lisi und ihr Mann Christian Burghart verpachten heuer erstmals Gartenparzellen, jeweils etwa 40 Quadratmeter groß, an alle, die Kartoffeln und Co. selbst pflanzen und ernten wollen. „Ich habe immer wieder von Leuten gehört, dass es toll wäre, wenn es so eine Möglichkeit gäbe“, erzählt Lisi Burghart. Weil sie neben ihrem neuen Frischluftstall noch Platz haben, ist’s einen Versuch wert. „Ein paar Anmeldungen haben wir schon.“ Ab zehn Reservierungen könne das Projekt „Mein Acker“ gestartet werden. Anmeldeschluss ist der 15. März. Die Flächen werden für die Zeit von 1. Mai bis 31. Oktober verpachtet. Eine Saison kostet 90 Euro; wichtig: Erlaubt sind nur legale Pflanzen.

Die Kinder helfen mit

Vor einiger Zeit standen Lisi (35) und Christian (37) Burghart vor einer wegweisenden Entscheidung: Investieren sie kräftig in ihren Bauernhof, oder geben sie die Landwirtschaft (30 Hektar Ackerfläche, zehn Mastrinder in Anbindehaltung) komplett auf. Weil: viel Arbeit, und: „Reich wirst Du damit nicht“, sagt Lisi Burghart und schmunzelt. Ihr Mann ist halbtags beim Maschinenring tätig, die Landwirtschaft betreibt er mit seiner Frau im Nebenerwerb. Als Unterstützung stets mit dabei: die Kinder Sophia (10), Korbinian (7) und Anna (4). „Sie helfen schon fleißig mit und kümmern sich liebevoll um unsere Tiere“, erzählt Mama Lisi.

Die Burgharts haben in einen modernen Frischluftstall investiert, in dem jetzt 40 Kalbinnen auf Stroh stehen. „Weibliche Rinder, die noch nicht gekalbt haben“, erklärt Lisi Burghart. Deren Fleischqualität sei vergleichbar mit der von Ochsen. Zart und ohne grobe Fasern. Nach dreiwöchiger Reifezeit wird das Fleisch direkt ab Hof verkauft. Die Schlachttermine werden im Internet bekanntgegeben, so dass Kunden rechtzeitig vorbestellen können.

Qualität statt Masse

„Wir setzen nicht auf Masse, sondern auf Qualität.“ Deshalb, so Lisi Burghart, werde das Fleisch nach dem Schlachten länger abgehängt als üblich, deshalb bekommen die Rinder ausschließlich Futter, das die Burgharts auf ihren eigenen Feldern anbauen. Und aus diesem Grund haben die Kalbinnen auch einen „Luxusstall“, wie es die Bäuerin ausdrückt. „Normalerweise haben darin viel mehr Platz, aber das wollen wir nicht.“ 40 Stück, das genüge. Die Tiere stammen aus verschiedenen Höfen im Umkreis von etwa 20 Kilometern und kommen im Alter von ungefähr fünf Monaten auf den Burghart-Hof.

Lisi und Christian Burghart bereuen ihre Investition nicht. „Wir haben für uns eine kleine Nische gefunden“, sagt die 35-Jährige, die Besuchern auch gerne den neuen Stall zeigt. „Mir macht es großen Spaß – und ein kleiner Betrieb wie wir braucht immer neue Ideen.“ Dafür, ergänzt sie und lacht fröhlich, gebe es schließlich die Frau im Haus.

Wer mehr über den Burghart-Hof in Ottersberg und über die Verpachtung von Acker-Parzellen wissen möchte, findet alle Infos auf www.burghart-hof.de

Armin Rösl

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