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Willkommen in der Kemenate. Bettina (li.) und Katja Sterzer.

Besuch bei den Sterzer-Schwestern

My home is my castle: Jedes Zimmer steht unter einem anderen Motto

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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„My home is my castle“: Die Sterzer-Schwestern haben aus ihrem Haus tatsächlich eine Burg gemacht - nicht nur das. Eine Reise in die Fantasy-Welt.

Pliening – Wer über die Türschwelle des Hauses geht, in dem die Schwestern Bettina (43) und Katja (41) Sterzer wohnen, der betritt eine andere Welt. Egal, ob draußen der Coronavirus herrscht, oder nicht. In diesem Haus in Pliening, östlich von München, taucht der Besucher ein ins Wohnzimmer im „Herr der Ringe“-Kosmos. Elbenland, in die Karibik, er betritt die Zauberschule Hogwarts und wandelt durch eine Ritterburg. Alles unter einem Dach. Nein, die Sterzer-Schwestern haben kein Museum eingerichtet und eröffnet, für das sie Eintritt verlangen. Bettina und Katja Sterzer leben in ihren selbst eingerichteten Themenräumen. Der Besucher kommt aus dem Schauen und Wundern gar nicht mehr heraus, es dürfte Tage dauern, würde man jedes Detail genau betrachten.

Wohnzimmer im „Herr der Ringe“-Kosmos.

Pliening: Willkommen bei „Herr der Ringe“

Blickt sich der Besucher staunend um und flüstert ein „unglaublich“, fangen die beiden Schwestern an zu grinsen. „Wahnsinn, gell?“, fragt Bettina Sterzer augenzwinkernd. Die Bäckereifachverkäuferin erzählt, dass sie schon immer gerne gemalt und Puppen und andere Dinge gesammelt habe. Also hat sie irgendwann

Willkommen in Hogwarts! Alle Malereien hat Bettina Sterzer selbst gemacht. Freihändig, ohne Schablonen.

begonnen, jeden Raum anders zu gestalten. Das große Wohnzimmer ist nach dem Roman „Herr der Ringe“ und den gleichnamigen Filmen eingerichtet. An den Wänden, unter der Decke, steht in Elbenschrift und in der Übersetzung geschrieben: „Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Der Spruch, der auf dem Ring aus „Herr der Ringe“ geschrieben steht. An den Wänden sind weitere Motive gemalt, hängen Filmplakate. Überall stehen Fantasyfiguren und Puppen. Von den Möbeln selbst ist wenig zu sehen. „Macht nichts und braucht’s auch nicht, die sind ja schon älter“, sagt Bettina Sterzer und lächelt.

Pliening: Willkommen in Hogwarts

Sie wohnt im Erdgeschoss, die Treppen nach unten bringt den Besucher nach Hogwarts, in die Zauberschule aus „Harry Potter“. „Ich bin ein totaler Harry-Potter-Fan“, sagt Bettina Sterzer. An die Wand hat sie das Wappen von Hogwarts gemalt. Freihändig, ohne Schablonen. Wie alles im ganzen Haus: freihändig. „Sie ist da echt super“, lobt Schwester Katja.

Bevor es zu ihr nach oben in den ersten Stock geht, noch schnell ein Blick in die Waschküche: Dort hängen Fischernetze und Plakate, auf denen der Schauspieler Johnny Depp in Piratenkluft zu sehen ist. Richtig, hier sind wir bei „Fluch der Karibik“.

Hereinspaziert in die Kemenate

Jetzt aber nach oben zu Katja Sterzer, schon im Treppenaufgang wird klar, wohin der Weg führt: in eine Ritterburg. Ein großes Zimmer tut sich auf, das einer Kemenate ähnelt: in der Wand ein großer Kamin mit offenem Feuer. Moment, aber das müsste doch knistern? Nichts knistert und riecht nach Feuer, nach dem schnellen ersten Blick erkennt der Besucher: Der Kamin mit Feuer ist an die Wand gemalt. Ebenfalls ein Werk von Bettina Sterzer.

„Mein zu Hause ist meine Burg“

Ihre Schwester Katja, die als Zahnarzthelferin arbeitet, ist seit jeher ein Mittelalter- und Drachenfan, wie sie erzählt. In ihrer Wohnung stehen grob geschätzt hunderte Drachenfiguren. Katja Sterzer besucht pro Jahr durchschnittlich 15 Mittelaltermärkte, bei zweien nimmt sie selbst am Lagerleben teil.

Nicht nur in Zeiten wie diesen, in denen wegen Corona Ausgangsbeschränkungen gelten, sind die Sterzer-Schwestern gerne zuhause. „My home is my castle“ (Mein zu Hause ist meine Burg) ist bei den beiden nicht nur ein Spruch, sondern Realität. Sie selbst finden es gemütlich und abwechslungsreich. „Wenn ich in anderen Wohnungen oder Häusern bin und die oft weißen Wände sehe, denke ich mir oft: Da könnte man ja...“, sagt Bettina Sterzer. Den Satz beendet sie mit einem Lächeln, es ist klar, was sie meint: Da könnte man ja Farbe reinbringen und die Wand mit Motiven bemalen.

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