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Trauer um Stefan Seizl

Engagierter Kämpfer stirbt nach Motorradunfall

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In der Gemeinde Pliening herrscht Trauer. Trauer um Stefan Seizl, der an den Folgen eines Motorradunfalls gestorben ist. Der 72-Jährige war wegen seines vielfältigen Engagements Träger der Goldenen Ehrennadel

Stefan Seizl (72)

Pliening – In der Gemeinde Pliening gibt es nur wenige, die ihrem Ort an den unterschiedlichsten Stellen und im positiven Sinne ihren Stempel aufgedrückt haben wie Stefan Seizl. In einer Laudatio würdigte Bürgermeister Roland Frick den Landshamer noch bei der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr als „Mann der Tat“. So lautete auch der Titel eines Berichts in der Heimatzeitung vom 23. November 2017. Am heutigen Donnerstag wird Frick im Verlauf der regulären Ratssitzung (Beginn um 19.30 Uhr im Rathaus) nochmals an den langjährigen Weggefährten erinnern müssen, allerdings vor einem tragischen Hintergrund. Seizl ist nach einem Motorradunfall vor ein paar Tagen in Otterberg (wir berichteten am 24. August) gestorben.

Fast 33 Jahre lang war der Landshamer (Gründer der Wählergruppe „Alternative für Pliening“) Mitglied des Gemeinderates. Im Dezember 2016 legte er das Ehrenamt aus gesundheitlichen und privaten Gründen nieder. Aktiv blieb er weiterhin. Schon 2012 hatte Seizl mit einer Handvoll Mitstreitern den Heimatverein gegründet. Bereits seit mehr als 20 Jahren war er Leiter der „Kinderhilfe Weißrussland“ – ein Arbeitskreis der Katholischen Kirchenstiftung Sankt Andreas Kirchheim-Heimstetten, zu der Landsham gehört.

Als vor zwei Jahren die große Flüchtlingswelle über Deutschland und später die Traglufthalle nach Pliening kam, gründete Seizl zusammen mit Konrad Weinstock und anderen den Verein „Helferkreis Pliening“.

„Das sind nur ein paar Beispiele eines außergewöhnlichen Engagements“, sagte Frick damals bei der Bürgerversammlung, als er Seizl die Goldenen Ehrennadel der Gemeinde verlieh. Mit seinem Wirken über so viele Jahre hinweg habe Seizl „das heutige Pliening wesentlich mitgeprägt und positiv gestaltet“, so Frick.

Auch als Mitglied im Gemeinderat hinterließ Seizl Spuren. Frick sagte vor knapp einem Jahr: „Du hast immer nach Deinem Gewissen abgestimmt und Dich nie verbiegen lassen. Wenn man Dich überzeugen konnte, warst Du immer ein zuverlässiger und vehement agierender Mitstreiter.“

Stefan Seizl hatte jahrelang an vielen lokalen Projekten mitgewirkt, wobei nicht selten auch hart diskutiert wurde. „Ich war viele Jahre und bei manchen Themen Einzelkämpfer“, antwortete Seizl damals vor Mitbürgern. Es sprach auch von Frust und Enttäuschungen. Am Ende habe es mit Rat und Verwaltung aber eine „stets gute und faire Zusammenarbeit“ gegeben.

Vor einigen Tagen verunglückte Seizl (72) mit seinem Motorrad, also er laut Polizei mit dem Vorderreifen in eine Baugrube geriet, über den Lenker auf die Fahrbahn stürzte, regungslos liegen blieb und von Passanten, den Polizeibeamten und später Rettungskräften reanimiert werden musste. Seizl wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Um so erschütterter war man, als nun die Nachricht von seinem Tod bekannt wurde. Am kommenden Samstag gibt es um 10.30 Uhr in der Kirche St. Peter in Heimstetten einen Trauergottesdienst. Die Beisetzung soll später im Familienkreis stattfinden, heißt es. 

Rubriklistenbild: © dpa / Carsten Rehder

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