Zwei kleine Schilder, die Fahrräder zeigen.
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Kleine Hinweisschilder zeigen Radfahrern die bestmöglichen Wege an.

Schilder und mehr

Pliening will Fahrradfahren attraktiver und sicherer machen

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die Gemeinde Pliening will das Fahrradfahren attraktiver machen. Hierfür sind bereits Wegweiser aufgestellt, weitere sollen folgen. Und, wenn möglich, noch mehr.

  • Radwegenetz in Pliening soll besser werden
  • Diskussion im Gemeinderat
  • Hinweisschilder und andere Maßnahmen

Wie kann das Radfahren in der Gemeinde Pliening sicherer und attraktiver zugleich gemacht werden? Über diese Frage überlegte und diskutierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gut eine Stunde – viel länger, als eine Fahrradfahrt durch alle Ortsteile, von Landsham, über Pliening und Gelting bis Ottersberg, dauert. Und viel länger und ausführlicher, als es die Verwaltung wohl gedacht hatte. Und das war gut und wichtig so.

Über eine Stunde Diskussion im Gemeinderat

Zunächst schien es, als sollte unter der Sitzungsleitung von 2. Bürgermeister Franz Burghart (CSU), der den urlaubenden Bürgermeister Roland Frick (CSU) vertrat, die Frage lediglich mit dem Aufstellen von ein paar Schildern beantworten werden. Dementsprechend waren Sitzungs- und Beschlussvorlage ausgearbeitet. Dagegen aber hatten Sprecher aller Fraktionen etwas einzuwenden – nur Wegweiser für Fahrradfahrer aufzustellen, sei zu wenig, so die einhellige Meinung von CSU, Grüne, SPD, Initiative für Pliening, Neues Forum und Wählergruppe Gelting. Man wolle mehr als nur Schilder, man wolle – symbolisch gesehen – Zeichen setzen für das Fahrradfahren in der Gemeinde.

Themen sollen bei Verkehrsschau angesprochen werden

Also arbeiteten sich die Gemeinderatsmitglieder Punkt für Punkt bzw. Straße für Straße durch, für die Verbesserungen vorgeschlagen wurden und möglich sind. Beispiele: Landshuter Straße (von Neufinsing kommend), Neufarner Straße, Siedlung am Herdweg. Nicht überall ist es der Gemeinde rechtlich und baulich möglich, mehr zu tun als lediglich kleine Fahrradschilder aufzustellen, um Alternativrouten auszuweisen. Doch wo mehr möglich ist, sollte dies geprüft werden. Helene Hiebinger, Verkehrssachbearbeiterin im Rathaus, kündigte an, dies bei der nächsten Verkehrsschau im Herbst (an der unter anderem Vertreter der Gemeinde, der Polizei und des Landratsamtes teilnehmen) anzusprechen. Beispielsweise eine Rotfärbung des Geh- und Radweges entlang der Erdinger Straße in Landsham im Bereich der Tankstelle und des Autohauses Gruber.

Radfahrer sollten innerorts grundsätzlich auf der Fahrbahn fahren, da dies sicherer ist.

Landratsamt Ebersberg

Seit Jahren Dauerthema in Pliening ist die Geltinger Straße im Bereich der Grundschule und des Bürgerhauses. Hier versuchen Gemeinderat und Verwaltung schon lange, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h einzuführen – ohne Erfolg. Für diese Staatsstraße 2332 ist das Staatliche Bauamt Rosenheim zuständig, das auf eine entsprechende Anfrage der Verwaltung geantwortet hat: „Die Voraussetzungen für die Anordnung von Tempo 30 liegen nicht vor.“ Dies sei nur dann der Fall, wenn der Zugang zur Schule direkt an der Staatsstraße liegen würde. Dem aber ist nicht so.

Gefahrenstelle vor der Schule - keine Chance auf Tempo 30

Markus Uffinger (Initiative für Pliening) bat in der Gemeinderatssitzung die Verwaltung, an dem Thema dranzubleiben. Helene Hiebinger versprach: „Sobald die Straßenverkehrsordnung geändert wird, werden wir was unternehmen.“

Das würden Verwaltung und Gemeinderat gerne auch auf bzw. an den Hauptdurchgangsstraßen im Gemeindegebiet; beispielsweise durch die Verbreiterung von Gehwegen, damit dort auch Radfahrer fahren können. Auf sämtlichen Ortsdurchfahrten ist viel Durchgangsverkehr unterwegs, darunter zahlreicher Schwerlastverkehr. Aber: „Radfahrer sollten innerorts grundsätzlich auf der Fahrbahn fahren, da dies sicherer ist. Der Autofahrer hat somit den Radfahrer im Blickfeld und kann ihn dadurch nicht so leicht übersehen.“ So lautet die Stellungnahme des Landratsamtes Ebersberg unter anderem für die Landshuter Straße/Münchner Straße in Pliening und die Erdinger Straße in Landsham.

Verwunderung über Sichtweise der Behörden

Ludwig Huber (Wählergruppe Gelting) kritisierte in der Gemeinderatssitzung diese Sichtweise, die auch die Polizei vertritt: „Wir haben viel befahrene Staatsstraßen, auf denen es für Radfahrer oftmals gefährlich ist.“ Bei der nächsten Verkehrsschau, wenn neuralgische Punkte im Straßenverkehr besichtigt werden, können sich die Vertreter der überörtlichen Behörden davon selbst ein Bild machen.

Dass sich die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat überhaupt Gedanken gemacht haben und hoffentlich auch weiter machen werden zum Thema attraktives und sicheres Radfahren in Pliening, ist der Ortsgruppe des Bund Naturschutz zu verdanken. Die hatte, unter der Leitung von Franz Höcherl, am 19. Mai 2019 eine Radltour durchgeführt mit dem Titel „Durch Pliening ohne Auto“. Daraus ist ein Konzept entstanden, das jetzt im Gemeinderat öffentlich behandelt worden ist. Am Ende der Sitzung dankte Höcherl der Verwaltung und den Gemeinderatsmitgliedern für die Ausarbeitung und die intensive Diskussion.

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