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Erstmals nördlich des Abfanggrabens will die Firma Ebenhöh in Landsham Kies abbauen. Die Fläche (rot umrandet) ist etwa 15,4 Hektar groß. 

Genehmigungsverfahren

Gemeinde Pliening fordert: Kiesabbau bis spätestens 18 Uhr

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Das Kieswerk Ebenhöh in Landsham hat die Genehmigung für eine neue Abbaufläche beantragt. Die Gemeinde Pliening hat prinzipiell nichts dagegen, stellt aber Forderungen. 

Pliening – Nach der öffentlichen Gemeinderatssitzung, beim Tagesordnungspunkt „Fragen der Zuhörer“, meldete sich ein Besucher im voll besetzten Sitzungssaal im Plieninger Rathaus und sagte: „Ich danke dem Gemeinderat, dass er das Thema so sachlich behandelt hat.“ Das Thema war (und wird es in den nächsten Monaten bleiben) der Antrag des Kieswerks Ebenhöh in Landsham, erstmals nördlich des Abfanggrabens eine Fläche auszubeuten. Diese ist im Regionalplan München als Vorrangfläche für Bodenschätze (Kies und Sand) ausgewiesen. In der Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus gab der Gemeinderat seine Stellungnahmen im Namen der Gemeinde Pliening zu dem Vorhaben ab.

Pliening: Gemeinde hat rechtliche Bedenken

Wie bereits der vorberatende Bauausschuss, hat auch der Gemeinderat das Vorhaben in der vorgelegten Form abgelehnt. Nicht prinzipiell, weil gegen den weiteren Kiesabbau an sich nichts einzuwenden sei, sondern weil die Erschließung zum Areal nördlich des Abfanggrabens noch nicht rechtlich gesichert ist. Die Strecke für Zu- und Abfahrten befindet sich in Privateigentum, für deren Nutzung müsse das Kiesunternehmen im Grundbuchamt eine dingliche Sicherung eintragen lassen.

Kiesabbau erstmals nördlich des Abfanggrabens

Laut Genehmigungsplanung führt die Zufahrt entlang des Abfanggrabens auf einem Wirtschaftsweg in Richtung Westen und quert auf Kirchheimer Flur den Abfanggraben, bevor der Weg dann in östlicher Richtung zum Abbaugebiet führt. Die Gesamtstrecke beträgt etwa drei Kilometer, pro Tag sind bis zu 100 Lkw-Fahrten (zuzüglich Rückfahrt) vorgesehen. Plienings Bürgermeister Roland Frick betonte in der Ratssitzung, dass keinesfalls vorgesehen sei, die Erschließung durch Landsham-Moos zu führen.

Pliening: Stellungnahme im Genehmigungsverfahren

In der Genehmigungsplanung ebenfalls enthalten sind die Betriebszeiten, die das Unternehmen für den Kiesabbau beantragt hat: werktags von 7 bis 20 Uhr. Der Gemeinderat Pliening hat einstimmig beschlossen, dass die Gemeinde beantragt, diese Zeit auf 7 bis 18 Uhr zu begrenzen, von Montag bis Freitag. Ohne Ausnahmeregelungen.

Entscheidungshoheit liegt beim Landratsamt Ebersberg

Generell kann die Gemeinde Pliening nicht entscheiden, ob und in welchem Umfang das Kieswerk Ebenhöh in Landsham neue Abbauflächen bearbeiten darf. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt Ebersberg. Die Gemeinde kann lediglich im Zuge des Genehmigungsverfahrens ihre Stellungnahme und Meinung äußern. Das hat der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend getan. Und dabei, so sagte Bürgermeister Roland Frick abschließend, so gut wie möglich, die Situation und Bedürfnisse sowohl des Kieswerks Ebenhöh als auch der Bürger von Landsham bzw. Landsham-Moos beachtet.

Abbaufläche so groß wie 23 Fußballfelder

Die Gesamtfläche des geplanten Vorhabens nördlich des Abfanggrabens beträgt laut Planung circa 16,7 Hektar, wovon etwa 15,4 Hektar als Abbaufläche vorgesehen sind. Das entspricht in etwa der Größe von 23 Fußballfeldern.

Für die Maßnahme wird eine Zeitdauer von insgesamt 15 Jahren veranschlagt. Davon entfallen zwölf Jahre auf den Kiesabbau und drei Jahre für die Rekultivierung inklusive Landschaftssee. Das Abbauvolumen beträgt insgesamt ungefähr drei Millionen Kubikmeter.

Das Kieswerk Ebenhöh sieht bei Genehmigungsverfahren wie dieses seine Rolle als „Spielball“. 

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