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Ist die Pflanze echt? Nein. Gemalt. 

Kunst an Wänden

Aus der Hand an die Wand: Illusionsmaler Johann Maier

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Es sind Bilder, in die man hineingehen oder greifen möchte: Johann Maier aus Ottersberg ist eigentlich Maler und Stuckateur, manchmal aber ist er Illusionsmaler. 

In Fürstenfeldbruck hat Johann Maier auf die Fassade einer Wohnanlage einen Blick aufs Kloster Fürstenfeld gemalt.

Poing Vor zwei Jahren hat der Ottersberger Johann Maier eine Tour in seine alte Heimat unternommen und dabei eine große Überraschung erlebt: seine Werke, die er vor etwa 50 Jahren dort gemalt hat, sind immer noch sichtbar. Der 68-Jährige stammt aus dem oberösterreichischen Schärding (nahe Passau). Dort hat er seine Ausbildung absolviert zum Maler und Stuckateur, in seiner Freizeit hat er Bilder an Hauswände gemalt. Zum Beispiel an der Rückwand einer Gärtnerei: ein fünf Meter hohes Bild mit einer 50-Pfennig-Münze. „Das Bild ist immer noch da“, erzählt Maier. Und es ist nicht das einzige: Eine Frau habe ihn angesprochen und gesagt, er möge doch bitte mitkommen. Tatsächlich: „Das Bild, das ich damals an die Decke eines Kinderzimmers gemalt habe, auch das ist immer noch da.“

Pliening: Reise in die Vergangenheit

Johann Maier hat im Laufe der Jahre, nachdem er erst nach Angelbrechting, dann nach Ottersberg (Gemeinde Pliening) gezogen war, seinen eigenen Malerbetrieb aufgebaut, der mittlerweile von seinem Sohn geführt wird. Dass der Senior nebenbei auch noch Illusions- und Lüftlmaler geworden ist, sei ein Zufall gewesen, erzählt der 68-Jährige: „In der Ausbildung hat mein Chef erkannt, dass ich hierzu Talent habe. Also hat er mich außer der Reihe auch immer bei den Kirchenmalern mitmachen lassen. Dadurch bin ich auf den Trichter gekommen.“

Johann Maier kam dank seines Chefs auf die Illusionsmalerei

Die Lust und das Interesse, Bilder an Decken und Wände zu malen, ist bis heute geblieben. Vor Kurzem hat er in Fürstenfeldbruck die Fassade eines Wohnhauses verziert: mit einem Blick auf das Kloster Fürstenfeld. „Illusionsmalerei“ nennt Johann Maier die Kunst, die er in den vergangenen Jahrzehnten verfeinert hat. Dreidimensionale Werke, bei denen man fast versucht ist, hineinzugehen oder zu greifen.

Kunstwerke an Wänden und Hausfassaden in Deutschland und Österreich

Ist die Pflanze echt? Nein. Gemalt. 

In seiner Pension „Schererhof“ in Ottersberg hat er im Treppenhaus eine solche Illusion geschaffen, mit Blick durch antike Säulenbogen hinaus aufs Meer. Oder in zwei weiteren Pensionen, in Leipzig und Dresden. In Zweitem hat er ein „Dresdner Panorama“ gemalt – die Silhouette der Stadt auf vier Wandflächen. Einzige Vorlage: vier Fotos, die Maier gemacht hatte. Zu sehen unter www.dresdener-panorama.de.

Malereien für Fasching und Maibaum

Seit vielen Jahren malt er die Bilder für den Faschingswagen der Dorfgemeinschaft Ottersberg sowie für andere Anlässe in der Gemeinde Pliening; im Poinger Ortsteil Angelbrechting, so erzählt er, habe er beim allererstenMaibaum im Jahr 1977 mitgemacht. Seitdem hat das kleine Dorf seinen eigenen Maibaum, seitdem malt Maier Motivtafeln auch für andere Maibäume in der Umgebung.

Durch Zeitungsanzeige von Oberösterreich nach Oberbayern

Nach Angelbrechting gekommen ist er nach seiner Ausbildung aufgrund einer Zeitungsanzeige: „Es wurden Maler gesucht, die in der Region Funktürme der Amerikaner streichen“, erzählt er. Nicht kunstvoll, sondern ganz fachgerecht anmalen. Dann ist er hier hängen geblieben und später nach Ottersberg auf den „Schererhof“ gezogen.

Wenn Johann Maier von seiner Illusionsmalerei erzählt, ist das so, als würde er die mutmaßlich leichte Aufgabe, einen Funkmasten anzustreichen, erläutern: „Ich zeichne mit Rötel und Kohlestift vor, den Rest mache ich aus dem Pinsel.“ Die meisten Ideen für Motive, so erzählt er, „kommen, wenn ich vor der Wand stehe“. Ohne große Skizzen auf Papier, ohne großen Berechnungen. Einfach so, aus der Hand auf die Wand.

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