Kaum Chanceen auf Umsetzung

Pliening legt Umgehungsstraße endgültig auf Eis

Pliening - Wegen zu geringer Chancen auf Umsetzung beschließt der Gemeinderat, das Projekt in die Schublade zu stecken.

Es ist mehr ein Ausdruck des Protestes gegen die Regierung von Oberbayern als eine Ablehnung der geplanten Umgehungsstraße von Pliening. „Ich muss leider zu allen drei Beschlussvarianten ,Nein’ sagen“, erklärte Stefan Seizl (Alternative) in der Sitzung des Gemeinderates Pliening am Donnerstagabend. Dort ging es um das weitere Vorgehen in Sachen Umgehungsstraße. Seit der Bürgerversammlung von Oktober ist klar, dass dieses Projekt derzeit keine Chance hat, realisiert zu werden (wir berichteten).

Bürgermeister Roland Frick (CSU) erinnerte in der jetzigen Gemeinderatssitzung daran, dass der beim Staatlichen Straßenbauamt Rosenheim zuständige Baudirektor Christian Rehm erklärt hatte, dass die Plieninger Umgehung frühestens „im nächsten Straßenausbauplan“ zum Zuge kommen würde, der im Jahr 2020 beschlossen werde. Deshalb sei es sinnvoll, mögliche Alternativen zu diskutieren, die bereits im März 2015 im Gemeinderat vorgelegt wurden.

Für die Sitzung am Donnerstag hatte die Verwaltung drei Möglichkeiten für ein weiteres Vorgehen ausgearbeitet. „Wir haben bisher rund 190 000 Euro an Planungskosten ausgegeben“, rechnete Frick vor: „Der nächste mit Erkundung der Flora und Fauna würde uns weitere 240 000 Euro gekostet.“

Nachbargemeinden Poing und Kirchheim sind dagegen

Weil die Nachbargemeinden Poing und Kirchheim die Umgehungsstraße ablehnen, schlägt die Verwaltung als eine Möglichkeit vor, nur den nördlichen Teil zu verwirklichen. Eine weitere Möglichkeit wäre eine neue Straße, die von der Flughafentangente Ost (FTO) kommend nördlich von Pliening und Landsham vorbei wieder zur Staatsstraße 2082 geführt werden könnte. Frick aber gab zu bedenken: „Beide Varianten bringen keinerlei Entlastung für Gelting und Ottersberg.“

In der Diskussion war schnell klar, dass deshalb die dritte Entscheidungsvariante beschlossen wird: „Seitens der Gemeinde Pliening gibt es derzeit keine weiteren Aktivitäten, die Aufnahme in die erste Dringlichkeit im Straßenausbauplan wird abgewartet.“ Die Abstimmung mit 19:1 war klar, lediglich eben Stefan Seizl von der „Alternative“ votierte dagegen. 

dul

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