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Auf Höhe der Pension „Schererhof“ soll für ein Jahr eine Fußgänger-Bedarfsampel („Drückampel“) im Probebetrieb installiert werden.

Probebetrieb

Ottersberg: Ampel ab September - aber mit unangenehmer Überraschung

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Im Januar kündigte Ebersbergs Landrat an, dass Ottersberg eine Fußgängerampel bekommt. Ein wichtiges Detail aber verschwieg er - jetzt musste der Gemeinderat darüber entscheiden.

Pliening – Die Ankündigung von Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß, dass an der Melchior-Huber-Straße (Ortsdurchfahrt) in Ottersberg eine Fußgänger-Bedarfsampel („Drückampel“) installiert wird, sorgte für Freude im Rathaus, im Gemeinderat und bei Bürgern. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Pliening hatte Niedergesäß überraschend bekannt gegeben, dass er einem Probebetrieb für ein Jahr zugestimmt habe. Nachdem insbesondere Gemeinderat und Verwaltung viele Jahre lang danach verlangt hatten. 

Pliening: Landrat verschweigt Detail

Was der Landrat damals, im Januar 2020, allerdings nicht sagte: Die Kosten muss die Gemeinde Pliening übernehmen. In der Juni-Sitzung des Gemeinderates teilte Bürgermeister Roland Frick (CSU) dies mit und fügte hinzu, dass man damit nicht gerechnet habe. „Eine Überraschung“ sei das gewesen, sagte er, weil die Frage nach den Kosten bislang nie thematisiert worden sei. Zumal der Landkreis für Kreisstraßen (die Melchior-Huber-Straße ist eine solche) zuständig und verantwortlich sei.Auf seine Nachfrage hin habe Landrat Niedergesäß nun aber mitgeteilt, dass es bei Probeampeln an Kreisstraßen üblich sei, dass die Kommunen für die Kosten aufkommen, so Frick. Diese würden im Falle der Ampel in Ottersberg rund 20.000 Euro betragen.

Pliening: Gemeinde muss 20.000 Euro zahlen

Ein Betrag, über den der Bürgermeister gemäß Geschäftsordnung des Gemeinderates Pliening selbst entscheiden dürfte, wie Frick in der Sitzung erläuterte. Weil die entsprechenden Anträge zur Ampel aber stets im Gemeinderat behandelt und die 20.000 Euro nicht im aktuellen Haushalt eingeplant worden seien, wolle er auch jetzt öffentlich darüber diskutieren und den Gemeinderat entscheiden lassen, kündigte er in der Sitzung an.

Ottersberg bekommt Ampel trotzdem

Das Gremium hat sich nach kurzer Diskussion einstimmig für die Kostenübernahme und die Einrichtung der Probeampel ausgesprochen. Nicht zuletzt, weil Gemeinderat und Gemeinde seit vielen Jahren auf grünes Licht vom Landratsamt für die Signalanlage gewartet haben. Sie soll Fußgängern, insbesondere Schülern, die Querung der viel befahrenen Straße erleichtern. Laut Bürgermeister Roland Frick soll die Ampel im Bereich der Pension Schererhof aufgestellt werden und im September in Betrieb gehen – pünktlich zum Schuljahresbeginn.

Auf Nachfragen der Gemeinderäte/-innen Kurt Strehlow (SPD), Gabriele Heigl (Grüne) und Beatrice Merk (parteilos) erläuterte Frick, dass 17.000 Euro der Betrag für die Jahresmiete der Ampelanlage sei, 3000 Euro würde der Stromanschluss kosten. Ob nach dem Probebetrieb die Ampel dauerhaft stehen bleiben kann, werde anhand der Querungszahlen bzw. der Nutzungsfrequenz entschieden, so Frick. Verantwortlich hierfür ist das Landratsamt.

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