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Eigentlich hätte das Mehrgenerationenhaus in Landsham schon Ende 2017 bezugsfertig sein sollen. Wegen Baumängel herrscht allerdings seit über einem Jahr Baustopp. 

Die unfertigen Häuser von Landsham

Mehrgenerationen-Wohnprojekt: Stillstand seit über einem Jahr - Investor erläutert die Gründe

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Der Bau des Mehrgenerationen-Wohnprojekts der MARO Genossenschaft in Landsham steht seit April 2018 still. Jetzt hat der MARO-Vorstand die Gründe erklärt - und wie es weitergeht.

Landsham – Von den 17 Wohnungen waren laut MARO-Vorstand Martin Okrslar neun bereits vergeben, die zusätzlichen 18 Plätze in den beiden Wohngemeinschaften für Demenzkranke und für Senioren (jeweils neun Plätze) waren komplett ausgebucht – seit Ende 2017 hätte das Wohnprojekt am östlichen Ortseingang von Landsham mit Leben erfüllt sein sollen. Ist es aber nicht, weil seit über einem Jahr Baustopp herrscht. Am Donnerstagnachmittag hat Okrslar, Vorstand der MARO-Genossenschaft, die für das Projekt verantwortlich ist, Gemeinderatsmitglieder und an den Wohnungen interessierte Personen über den aktuellen Sachstand sowie die Hintergründe informiert. Und erläutert, wie es weitergehen soll.

Landsham: MARO-Vorstand erläutert die Ursachen

Ausgehend von 2017 würden es wohl insgesamt vier bis fünf Jahre Verzögerung werden, bis die Gebäude bezugsfertig sind, sagte Okrslar. Stand jetzt gehe er von 2021 oder 2022 aus.

Bis der Bau wie geplant fortgesetzt werden kann, sind laut MARO-Vorstand Sanierungsplanungen und entsprechende Maßnahmen notwendig. Grund für den Baustopp seit April 2018 sei, dass an einigen Stellen in den Gebäuden die Decke sprichwörtlich „runterkommt“. Ein Trockenbauer habe entsprechende Verformungen bemerkt und die MARO-Genossenschaft als Bauherrin informiert. 

Mutmaßliche Fehler in der Statikberechnung für Projekt in Landsham

Wie Martin Okrslar am Donnerstag berichtete, folgten danach zahlreiche Untersuchungen und Gutachten sowie ein Hin und Her zwischen den ausführenden Firmen, der MARO-Genossenschaft und den Rechtsanwälten. Zunächst habe die beauftragte Baufirma Unterlagen nicht herausgegeben, auch die Angaben des Architektenbüros seien unvollständig gewesen. Erst, als Monate später ein Mitarbeiter der Baufirma der MARO die Unterlagen zugespielt hatte, sei man der Ursache auf die Spur gekommen, so Okrslar: Fehler bei der Statikberechnung. Selbst der Prüfstatiker des Landratsamtes habe diese nicht bemerkt.

Zahlreiche Prüfungen und Gebäudebegehungen

Auf Grundlage der falschen Berechnungen seien die Holz-Beton-Verbunddecken eingebaut worden, an manchen Stellen mutmaßlich nicht sachgemäß. Daraus entstand der eklatante Baumangel. Anfangs habe man nicht gewusst, ob die Decken überhaupt halten würden. Seitdem sind sie provisorisch mit Stützen abgesichert.

Mittlerweile, so MARO-Vorstand Martin Okrslar, habe man weitere Prüfungen und Untersuchungen vorgenommen mit dem Ergebnis, dass das Gebäude so nachgebessert werden kann, dass die Decken bleiben können und auch halten.

Weitere Mängel festgestellt

In Sachen Beweise und deren Anerkennung, Haftung und Kostenübernahme sei man auf einem guten Weg, sich außergerichtlich zu einigen. Bei einem Gespräch mit allen Beteiligten habe auch die Gegenseite erkannt, dass die Beweislast erdrückend sei. Nun gehe es darum, sich über das weitere Vorgehen zu einigen. „Wir wollen mit diesem Haus keinen Stress haben, es soll über 100 Jahre halten“, sagte Okrslar.

Stillstand wegen Beweissicherung

Damit es das tut, müssen weitere Mängel beseitigt werden, die bei einer Begehung durch einen neuen Bauleiter im Mai 2019 festgestellt worden sind. Insgesamt, so Okrslar, seien es 59 Mängel.

Dies könne nicht sofort geschehen, da wegen der Beweissicherung der aktuelle Zustand des Gebäudes nicht verändert werden dürfe. Deshalb werde es noch eine Weile dauern, bis der Bau endlich fortgesetzt werden kann. Fest steht laut MARO-Vorstand aber, dass sämtliche Mängel tatsächlich behoben werden können. Verbunden mit der Hoffnung, im Jahr 2021, spätestens 2022 das Haus fertiggestellt zu haben.

Beim Spatenstich im März 2017 nannte Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß das Vorhaben in Landsham ein Leuchtturmprojekt. 

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