+
Auf gut Deutsch könnte man es auch „Schlampigkeit“ bezeichnen, was die Gemeinde Pliening Vaterstetten vorwirft in Bezug auf die Planung für ein Gewerbegebiet nördlich der A94 (auf unserem  Foto rechts)

Wegen Gewerbepark

Massive Vorwürfe gegen Vaterstetten

  • schließen

In Sachen Gewerbepark zwischen A94 und Grub wirft die Gemeinde Pliening der Kommune Vaterstetten eine „unstrukturierte Planung“ und noch mehr vor. 

Pliening – Die Gemeinde Pliening sieht das Vorhaben Vaterstettens, zwischen der A94 und Grub Flächen für einen Gewerbepark und ein Logistikzentrum auszuweisen, als problematisch an. Insbesondere, weil die Gemeinde Vaterstetten laut eigenem Antrag lediglich „Gewerbegebiet“ und „Sondergebiet Logistik“ ausweist, „ohne zu wissen, welche Auswirkungen die Planungen haben“, heißt es in der Stellungnahme Plienings zum Verfahren. Weiter: „Dabei geht es neben den Auswirkungen auf die Gemeinde Vaterstetten selbst auch um die Auswirkungen auf die Nachbargemeinden.“

Im Rahmen des Verfahrens zur Bauleitplanung ist auch Pliening als eine von mehreren Kommunen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, involviert. Begründung: Durch die Pläne könnten auch Belange der Gemeinde Pliening betroffen sein. In der Sitzung des Bauausschusses des Gemeinderates wurde nun die offizielle Stellungnahme Plienings zum vorgesehenen Gewerbepark nördlich der A94 verfasst und einstimmig beschlossen.

Nach Ansicht von Verwaltung und Bauausschuss verstößt Vaterstettens vorhabenbezogener Bebauungsplan gegen die Vorgaben des Landesentwicklungsplans (LEP) „und ist daher als unzulässig abzulehnen“. So wie die Gemeinde Poing, kritisiert auch Pliening, dass Vaterstetten nicht auf die im LEP festgeschriebenen Punkte „ohne wesentliche Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes“ sowie „kein geeigneter angebundener Standort vorhanden“ eingegangen sei. Sowohl in der Stellungnahme Plienings als auch in jener Poings wird als geeigneterer Standort eine Fläche zwischen Parsdorf und Neufarn aufgeführt.

Nach Ansicht des Bauausschusses und der Verwaltung Plienings bedarf es für Vaterstettens Vorhaben zudem ein Raumordnungsverfahren. Bei der Größe, die für den Gewerbepark vorgesehen ist, sei die räumliche Dimension vorab zu prüfen. In der Stellungnahme wirft Pliening der Gemeinde Vaterstetten vor, eine „massive und unstrukturierte Planung“ vorgelegt zu haben, „ohne Prüfung relevanter Alternativen“. Vielmehr sei das Vorhaben einfach so „in die Landschaft geworfen“. Dies entspreche „bestenfalls bei flüchtiger Betrachtung den landes- und raumordnerischen Vorgaben“, argumentiert Pliening. Darüber hinaus liege kein ordentliches Konzept für den zusätzlichen Verkehr, der durch einen Gewerbepark entstehen würde, vor.

Zum Abschluss der Stellungnahme kommt die Gemeinde Pliening zum Fazit: „Aufgrund der vorgenannten Ausführungen liegen Verstöße gegen das Landesentwicklungsprogramm vor. Zudem dürfte die Notwendigkeit eines Raumordnungsverfahrens gegeben sein. Schließlich ist der Bebauungsplan hinsichtlich der Verfahrensart (vorhabenbezogenen Bebauungsplan) zu unbestimmt.“

Der Bauausschuss lehnt somit, im Namen der Gemeinde Pliening, das von Vaterstetten vorgesehene Großprojekt ab.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wohnlicher Denkmalschutz
„Die Mühe hat sich gelohnt“, sagt Eigentümer Herbert Meier zufrieden.
Wohnlicher Denkmalschutz
Im Schatten des Völkerschlacht-Denkmals
Die Kameraden des Krieger- und Soldatenvereins Aßling und eine Reihe ihrer Gäste zog es heuer in den Nordosten Deutschlands.
Im Schatten des Völkerschlacht-Denkmals
Kita-Platz statt Flugtaxi
„Eine alleinerziehende Mutter braucht keine Flugtaxis, sie braucht kein bayerisches Raumfahrtprogramm – was sie braucht ist ein Kita-Platz“, brachte es die …
Kita-Platz statt Flugtaxi
Nur Schienenstegdämpfer sind zu wenig
Nur ein paar Schienenstegdämpfer? Das ist dem Grafinger Stadtrat entschieden zu wenig.
Nur Schienenstegdämpfer sind zu wenig

Kommentare