Modell von Gebäuden
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Vier Gebäude bilden das Projekt „Seniorenwohnen Plus“ in Pliening. Kostenrahmen: ca. 16 Millionen Euro. 

Konzept und Pläne vorgestellt

„Seniorenwohnen Plus“: Gemeinderat Pliening gibt Startschuss für neues Projekt

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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2011 hat sich der Gemeinderat Pliening erstmals mit dem Projekt Seniorenwohnanlage beschäftigt. Jetzt wurde ein konkretes Planungskonzept vorgestellt.

  • Flexibles Seniorenwohnen in Pliening
  • Vor neun Jahren beschlossen, jetzt geht's an die Details
  • Erstmals Konzept im Gemeinderat präsentiert
  • Kostenrahmen: rund 16 Millionen Euro

Bis der Spatenstich erfolgt, wird noch einige Zeit, werden noch einige Jahre ins Land ziehen, doch der erste große Schritt ist gemacht: Der Gemeinderat Pliening hat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend das erste Planungskonzept für eine Seniorenwohnanlage an der Geltinger Straße beschlossen. Damit kann das Projekt ins behördliche Bauverfahren gehen, mit dem Antrag auf Vorbescheid beim Landratsamt Ebersberg als erste Stufe. Bauherrin und Investorin ist die Gemeinde Pliening selbst. Wie viel das „Seniorenwohnen Plus“ (seniorengerechtes Wohnen mit Zusatznutzung) kosten wird, dazu könne in dieser ersten Phase noch keine genaue Schätzung gegeben werden, sagten Bürgermeister Roland Frick und die beauftragten Planerinnen Regina Gaigl und Carmen Domiter vom Büro Gaigl Architekten in München. Das hat auch die Seniorenwohnanlage in Hohenlinden und den Kramerhof in Anzing konzipiert, geplant und realisiert.

Geschätzter Kostenrahmen: 16 Millionen Euro

Auf Basis des am Donnerstagabend im Gemeinderat erstmals öffentlich vorgestellten konzeptionellen Vorentwurfs und in Einberechnung der Baupreise und deren möglicher Entwicklung hat Architektin Regina Gaigl als Kostenrahmen den Betrag von circa 16 Millionen Euro brutto genannt. Vor gut einem Jahr, als eine grobe Planung diskutiert worden war, war von etwa zehn Millionen Euro die Rede. Die Steigerung begründeten Gaigl und Bürgermeister Frick damit, dass im jetzigen Entwurf knapp 50 Prozent mehr Fläche als damals eingeplant sind.

Bewusst mitten im Ort, und nicht am Rand

Vorgesehen ist, dass auf dem Grundstück an der Geltinger Straße, Ecke Wolframstraße (östlich der kleinen Kirche) vier Häuser gebaut werden. Dazwischen wird ein Innenhof angelegt unter anderem mit Mehrgenerationen-Spielplatz, Grillplatz und Hochbeeten. Dies alles sowie zwei Veranstaltungsräume in den Gebäuden soll der lebendigen Gemeinschaft dienen, erläuterte Architektin Regina Gaigl. Hinzu kommen sollen öffentliche Veranstaltungen für alle Bürger (beispielsweise Mutter-Kind-Gruppe) sowie Angebote für Senioren. Dies alles sowie die komplette Wohnanlage werde von einem Quartiersmanagement betreut, das wiederum eng mit der Gemeinde Pliening zusammenarbeitet.

Ein- bis Drei-Zimmerwohnungen

Zum Bau selbst: In den vier Häusern sollen hauptsächlich Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen entstehen, vereinzelt Drei-Zimmer-wohnungen. Außerdem möblierte Appartements (gedacht für externes Pflegepersonal und für mögliche Tagespflege) sowie Wohngemeinschaften für vier bis sechs Personen.

Öffentliches Café und Läden

Im Erdgeschoss der Gebäude ist ein öffentliches Café geplant, das im Idealfall für die Bewohner einen Mittagstisch anbietet. Entlang der Geltinger Straße sollen zudem kleinere Läden und Praxen (beispielsweise Fußpflege, Friseur, Physiotherapie, Arztpraxis) situiert werden, mit entsprechenden Parkmöglichkeiten.

Planerin Regina Gaigl sprach in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag von einer „kommunikativen Architektur“, die sie versucht habe umzusetzen. Ähnlich dem Projekt „Seniorengerechtes Wohnen“, das ihr Büro in Hohenlinden realisiert hat.

Diskussion um Dachform

Einziger Kritik- und langer Diskussionspunkt in der Gemeinderatssitzung Pliening war die Form der Dächer auf den Gebäuden. Das Büro Gaigl hat asymmetrische Dächer vorgesehen, ein Teil der Gemeinderatsmitglieder hätte lieber Satteldächer, wie im Umfeld. Am Ende erhielt bei einer eigenen Abstimmung die asymmetrische Variante 14 Stimmen, die herkömmliche Form 7. Somit wird letztere nicht weiter verfolgt.

Das Ziel des Projekts hängt nicht von der Dachform und -neigung ab, das Ziel formulieren die Architektinnen so: Die Menschen sollen so lange wie möglich in ihrer Wohnung leben können und sich dort wohlfühlen.

Mit dem jetzt gefassten Beschluss kann die Maßnahme „Seniorenwohnen Plus“ ins behördliche Verfahren gehen – und das Grobkonzept und die Vorplanung können ausgefeilt werden. Darin eingebunden werden stets der Gemeinderat und die Verwaltung sein. So, wie es seit 2011 der Fall ist.

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