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Die Freilaufflächen vorm Hühnerstall sind verwaist. Ludwig Huber hofft, dass seine Hühner bald wieder nach draußen dürfen.

Vogelgrippe

Russisch Roulette im Hühnerstall

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Gelting  - Wegen der Vogelgrippe dauert die Stallpflicht für Geflügel unverändert an. Eine Herausforderung für Landwirte, die auf Freilandhaltung setzen - auch für Ludwig Huber vom Zehmerhof. 

Damit es seinen insgesamt rund 20 000 Hühnern nicht zu fad wird, hat ihnen Ludwig Huber vom Zehmerhof in Gelting ein bisschen „Beschäftigungsmaterial“ in den Stall gebracht: Einige Picksteine, versetzt mit Körnern und Mineralien, und ein paar Ballen Luzerne, auch Schneckenklee genannt, zum Zerrupfen.

Ansonsten ist das Unterhaltungsprogramm für die Hühner auf dem Zehmerhof in Gelting derzeit überschaubar, seit 18. November gilt im Landkreis Ebersberg wie in ganz Bayern die Stallpflicht.

Normalerweise zeigt der 26-jährige Landwirt, der gemeinsam mit seinen Eltern das Gut bewirtschaftet, jeden Tag einigen Kunden seine Tiere – „damit sie sehen können, wo ihr Fleisch herkommt“, sagt Huber. Doch wegen der deutschlandweit grassierenden Vogelgrippe sind strenge Hygienevorgaben nötig: Nur mit spezieller Stallkleidung und im Fußbad desinfizierten Gummistiefeln betreten der Landwirt und die Mitarbeiter den Stall. Lediglich, um Futter zu bringen, einmal täglich die Eier abzutragen und regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. „Wir reduzieren die Besuche soweit wie möglich“, berichtet Huber, „alles andere wäre Russisch Roulette.“

Denn sobald auch nur ein Tier von dem gefürchteten H5N8-Virus betroffen ist, muss der gesamte Geflügelbestand des Züchters getötet werden. „Das wäre existenzbedrohend“, denn die Tierseuchenkasse, eine staatliche Entschädigungsstelle, ersetze nur den „Zeitwert“ der Tiere. Den wirtschaftlichen Aufwand drumherum müssten die Landwirte selbst stemmen, ganz zu schweigen vom Image-Schaden.

Eine Lockerung der Stallpflicht, die das Umweltministerium verordnet hat, ist derzeit noch nicht abzusehen, denn immer neue Fälle werden bekannt – bayernweit inzwischen in über 20 Landkreisen. Im Kreis Ebersberg scheint sich die Lage dagegen etwas entspannt zu haben: Wurden im November 2016 noch sechs betroffene Wildvögel entdeckt, meldet das Veterinäramt für Dezember keinen einzigen Fall mehr. Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gegenüber der Deutschen Presseagentur mitteilte, seien in Bayern bislang ausschließlich Wildvögel betroffen gewesen – auch wegen der strikten Stallpflicht, wie das Amt betont.

Darum will auch Hühnerzüchter Ludwig Huber nicht hadern: „Die meisten, die von der Geflügelzucht leben, haben volles Verständnis für die Stallpflicht“, erzählt er. Der 26-Jährige hofft, dass auch Hobby-Züchter das Freiluft-Verbot für ihre Tiere ernst nehmen, damit die Seuche bald ein Ende nimmt. Derzeit sieht es danach aus: Auf Anfrage der Ebersberger Zeitungteilt das Landratsamt mit, dass im Landkreis bisher keine Verstöße gegen die Stallpflicht bekannt seien.

Landwirt Huber betont, dass seine Hühner auch im Stall genügend Platz haben. Gesundheitliche Auswirkungen auf seine Tiere habe er bisher nicht feststellen können. 14 000 Hühner leben auf dem Zehmerhof, 6000 davon eigentlich in Freilandhaltung, der Rest in Bodenhaltung.

Obwohl derzeit alle eingesperrt sind, darf Huber seine Eier vorerst weiterhin als Freilandeier verkaufen. Dafür sorgt eine bundesweite, auf zwölf Wochen befristete Ausnahmeregelung.

„Die Kunden, die zu uns kommen, haben Verständnis für die Situation“, sagt Ludwig Huber. Trotzdem sehnt er aus Sorge um seinen Bestand ein baldiges Ende der Vogelgrippe Epidemie herbei: „Wenn das endlich vorbei ist, machen wir hier alle ein Kreuzzeichen.“

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