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Die Betten sind zwar leer, dennoch steht die Traglufthalle in Pliening noch. Die Übergabe von Landratsamt zurück an die Hallen-Firma ist noch nicht abgeschlossen. 

traglufthalle pliening

Von 240 auf 0 Asylbewerber

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Seit der Räumung und Schließung der Traglufthalle hat die Gemeinde Pliening keine Asylbewerber mehr. Wie lange die leere Halle noch stehen bleibt, ist unklar. Sicher aber ist: Das Grundstück soll wieder ein landwirtschaftlicher Acker werden.

Pliening – Obwohl die Traglufthalle seit Ende April leer ist, steht sie immer noch. „Das liegt an der Abnahme“, informiert Plienings Bürgermeister Roland Frick. Der Firma, die die Halle aufgestellt hat, gehöre auch die Inneneinrichtung. Die wurde vom Landratsamt Ebersberg im Auftrag der Regierung von Oberbayern samt Halle angemietet. Jetzt gehe es um den Zustand der Ausstattung bei der Übergabe.

Vor einem Jahr sind die ersten Asylbewerber in die Massennotunterkunft eingezogen, in Spitzenzeiten waren hier bis zu 240 Flüchtlinge untergebracht. Nachdem der Vertrag zwischen der Gemeinde Pliening, die das Grundstück zur Verfügung gestellt hatte, und dem Landratsamt Ebersberg Ende April ausgelaufen war, wird die Traglufthalle wieder abgebaut. Anschließend wird die Fläche zu dem, was sie vorher war: ein landwirtschaftlicher Acker, den die Gemeinde verpachtet hat.

Mit dem Auszug und der Schließung der Halle beherbergt die Gemeinde Pliening nun keine Flüchtlinge mehr. Rückblickend auf die vergangenen zwölf Monate sagt Bürgermeister Frick: „Ich bin froh, dass die Plieninger Bevölkerung die Situation mitgetragen hat.“ Und: „Der Helferkreis hat Top-Arbeit geleistet.“ Bei der Aufnahme der Asylbewerber, bei deren Integration; die Ehrenamtlichen haben Deutschkurse angeboten und weitere Aktivitäten.

Rückblickend auf die Diskussion um die Traglufthalle und die Entscheidung der Verwaltung und des Gemeinderates, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, sagt Bürgermeister Roland Frick: „Es war richtig, den Menschen zu helfen.“ Als der Beschluss gefallen war, Mitte 2015, war der Flüchtlingsstrom auf seinem Höhepunkt, der Landkreis suchte händeringend nach Unterkunftsmöglichkeiten. Bevor die Grundschulturnhalle oder das Bürgerhaus zwangsweise als Notquartier beschlagnahmt worden wären, habe man die Lösung der Traglufthalle gewählt, so Frick.

Manches Mal gab es Probleme mit und in der Halle. Sei es technischer Art, oder aufgrund von Auseinandersetzungen von Flüchtlingen untereinander. Eine Massenschlägerei im Februar 2106 hatte laut Frick zum „größten Polizeieinsatz aller Zeiten in Pliening“ geführt. Darüber hinaus gab es eine Brandstiftung, weshalb die Halle vorübergehend geschlossen werden musste und die Bewohner in die damalige Traglufthalle nach Grub umquartiert wurden. „Alles in allem aber war es ruhig“, bilanziert der Bürgermeister. Bis auf eine Handvoll Aufrührer, die immer mal wieder für Ärger gesorgt hätten. „Die Auseinandersetzungen und Polizeieinsätze waren dem Alkohol geschuldet“, umschreibt Frick die Umstände und Gründe.

Ob und wie der Helferkeis bestehen bleibt, werden die Verantwortlichen in diesen Tagen besprechen. Möglich wäre, dass man den Helferkreis in Poing unterstützt, da einige der Flüchtlinge aus Pliening in das neue Container-Camp nach Grub gezogen sind. Wann die Halle in Pliening abgebaut wird, steht laut Frick noch nicht fest. Die Regierung von Oberbayern arbeite derzeit an einer Strategie und einem Zeitplan. „Wir müssen noch Geduld haben.“

Kosten aufgrund der Traglufthalle seien für die Gemeinde Pliening im Übrigen keine entstanden, informiert der Bürgermeister.

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