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Ob auf Ausgleichsflächen tatsächlich „Feldlerche und Co“ brüten, bezweifelt der Plieninger CSU-Gemeinderat Emmeran Königer. Der Landwirt kritisiert, dass vor dem Anlegen einer Ausgleichsfläche oftmals der Humus abgetragen werde, mit der Folge: „Diese Flächen sind tot.“ 

Kritik an Naturschutzbehörde

Von wegen „ökologische Ausgleichsflächen“

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Die Plieninger CSU-Gemeinderäte und Landwirte Josef Bauer-Eberhart und Emmeran Königer üben scharfe Kritik an der Art und Weise, wie Ausgleichsflächen hergestellt werden. Der Abtrag von Humus würde dafür sorgen, dass die Flächen absterben. 

Pliening – Eigentlich war es nur ein formaler Akt gewesen in der jüngsten Plieninger Gemeinderatssitzung: der Erlass einer Satzung zur Kostenerstattung für ökologische Ausgleichsflächen. Doch ziemlich schnell entspann sich eine Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn bzw. die Art und Weise von Ausgleichsflächen, die von Bauträgern (das können auch Kommunen sein) angelegt werden müssen als Ersatz für neu ausgewiesenes Bauland. Die beiden CSU-Gemeinderäte und hauptberuflichen Landwirte Josef Bauer-Eberhart und Emmeran Königer bezogen klar Stellung und kritisierten die Untere Naturschutzbehörde massiv.

Der Hauptvorwurf, den die beiden vorbrachten: Bevor eine Ausgleichsfläche in Form einer Wildblumenwiese oder ähnlichem angelegt wird, werde meistens die Oberschicht und damit der Humus abgetragen. Das sei grundsätzlich falsch und gar schädlich, schimpften Bauer-Eberhart und Königer, weil: „Humusabtrag ist Naturentnahme. Diese Flächen sind tot!“

Da könne man noch so tolle Schilder aufstellen wie derzeit zwischen Poing und Pliening, auf denen auf Ausgleichsflächen hingewiesen wird mit Texten wie „Hier brüten Kiebitz & Co“ oder „Zuhause für Feldlerche & Co“. Emeran Königer, Landwirt und Jäger aus Landsham, ist oft in dieser Gegend unterwegs, er schilderte in der Gemeinderatssitzung seine Beobachtungen: „Da brütet gar nichts.“

Stattdessen habe er auf Feldern, die weiterhin landwirtschaftlich bearbeitet und genutzt werden, zahlreiche Vögel gesehen. Deshalb sein Appell: Man dürfe die Landwirtschaft nicht verteufeln, da sie nicht nur für die Natur, sondern auch für die Lebensmittelproduktion wichtig sei. Ausgleichsflächen schön und gut, aber wenn, dann sollten diese tatsächlich naturnah gestaltet sein, so Bauer-Eberhart und Königer. Insbesondere: kein Humusabtrag.

Bürgermeister Roland Frick (CSU) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Plienings Gemeindeverwaltung der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg bereits mitgeteilt habe, dass auf Plieninger Flur für Ausgleichsflächen kein Humus mehr abgetragen werden dürfe. Das habe das Landratsamt akzeptiert.

Die Satzung, die ursprünglich Thema des Tagesordnungspunktes war, wurde mehrheitlich vom Gemeinderat beschlossen. Der zufolge ist es der Gemeinde möglich, „die Kosten des Grundstücks sowie die Herstellungs- und Entwicklungskosten für ökologische Ausgleichsflächen umzulegen“, heißt es im Sachvortrag. Umlegen auf die Bauträger. Außerdem kann die Kommune mittels dieser Satzung zielgerichtet Grundstücke für Ausgleichsflächen festsetzen.

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