Riesiges Interesse: Mehr als 1000 Besucher kamen am Sonntag zum „Tag der offenen Tür“ in die Traglufthalle in Pliening. foto: dul

Sie wollen alle in die Traglufthalle

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Pliening - Mehr als 1000 Besucher wollten am Wochenende die neue Traglufthalle für Flüchtline in Pliening ansehen. Ein Andrang, mit dem niemand gerechnet hatte.

Das Interesse der Bevölkerung an der ersten Massenunterkunft für Flüchtlinge im Landkreis Ebersberg war riesig. Teilweise war die Warteschlange vor dem Eingang zur Traglufthalle in Pliening knapp 100 Meter lang, weil alle durch die enge Drehtür ins Innere mussten. Laut Sicherheitsdienst waren am Sonntag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr über 1000 Besucher in der Halle. „Mit so einem großen Andrang haben wir nicht gerechnet“, sagt Konrad Weinstock-Adorno. Der Sprecher des Helferkreises berichtet von fast überwiegend positiven Reaktionen. „Viele waren erstaunt über den Komfort in der Halle.“ Wenn vereinzelt Kritik bzw. Befürchtungen bezüglich der Massenunterkunft worden sei, dann überwiegend von älteren, einheimischen Bürgern, erzählt Weinstock-Adorno.

Noch am „Tag der offenen Tür“ selbst, aber auch am Montag danach haben sich weitere Freiwillige gemeldet, die im Helferkreis tätig sein wollen. „Manche haben ihre Unterstützung als Deutschlehrer angeboten“, berichtet Konrad Weinstock-Adorno. Zu den bislang 25 Ehrenamtlichen, die Sprachunterricht anbieten werden, werden noch einige aus Kirchseeon hinzukommen. „Die gehen praktisch mit ihren Schülern mit zu uns.“ Wie berichtet, werden in die Traglufthalle in Pliening hauptsächlich jene Asylbewerber einziehen, die derzeit noch in der Turnhalle des Gymnasiums Kirchseeon untergebracht sind.

Wie der Sprecher des Helferkreises weiter berichtet, haben auch Ärzte, die derzeit in Kirchseeon Sprechstunden für die Flüchtlinge anbieten, angekündigt, weiterhin tätig sein zu wollen - dann im Sanitätsraum in der Plieninger Traglufthalle. Zu diesem ehrenamtlich tätigen Ärzte-Team hinzukommen sollen laut Weinstock-Adorno noch Ärzte aus Pliening und Umgebung, so dass für die Asylbewerber regelmäßige Sprechstunden (abends und/oder an Wochenenden) angeboten werden können.

Einige Helfer aus Kirchseeon waren am Sonntagnachmittag zum „Tag der offenen Tür“ nach Pliening gekommen, ebenso zahlreiche der künftigen Bewohner, erzählt Weinstock-Adorno.

Bis der Umzug tatsächlich vonstatten geht (Mitte/Ende April), werde der Helferkreis sich weiter gut aufstellen, um vom ersten Tag an bestmögliche Unterstützung bieten zu können. Zur besseren Koordination seien zudem Treffen mit Helferkreisen aus Nachbargemeinden geplant.

Nicht nur über die große und überwiegend positive Resonanz am „Tag der offenen Tür“ ist der Sprecher des Helferkreises froh, auch über die Spenden, die für sein Team durch den Kuchenverkauf am Sonntag in der Traglufthalle eingegangen sind: 821 Euro. „Das Geld werden wir unter anderem verwenden für das Reparieren von gebrauchten Fahrrädern, die wir bereits bekommen haben.“ 40 Stück hat der Helferkreis schon, allerdings seien nicht alle davon fahrtauglich, so Weinstock-Adorno.

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