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Viele Informationen gab es für die Bürger. Bianka Poschenrieder (im Bild vorne) vertrat den erkrankten Bürgermeister Piet Mayr.

Informationsveranstaltung gut besucht

„Packen wir es an“

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Pöring (Gemeinde Zorneding) bereitet sich auf rund 60 Flüchtlinge in neuer Container-Unterkunft vor. Der örtliche Helferkreis setzt auf Betreuung mit Paten. 

„Es kommt einiges auf uns zu, packen wir es an!“ Die stellvertretende Zornedinger Bürgermeisterin Bianka Poschenrieder (SPD) gab sich bei der Infoveranstaltung zur neuen Asylbewerberunterkunft in Pöring zuversichtlich. „Zorneding steht für Vielfalt und Integration.“

Das sah die Mehrheit der rund 300 Gäste im Saal wohl auch so. Das Interesse war groß. Zusätzliche Stühle wurden herein getragen. Ein Teil der Besucher musste stehen. Kritische Anmerkungen gab es wenige. Am Ende meinte ein Bürger, „Ich habe Angst.“ Reaktion von Poschenrieder: „Ich denke, Sie sind hier im Raum nicht der Einzige.“ Das müsse man nach Ansicht der Vizebürgermeisterin ernst nehmen. Und Landrat Robert Niedergesäß (CSU) meinte in seinen Erklärungen: „Die Stimmung im Saal ist angespannt.“ Die Ereignisse in Köln hätten zu einer extremen Verunsicherung beigetragen. „Das muss man auch artikulieren dürfen.“

 Hintergrund: Zusätzlich zu den derzeit in einer Containersiedlung in der Nähe des Zornedinger Bahnhofs lebenden 50 Flüchtlingen werden Mitte des Jahres rund 60 Asylbewerber in eine weitere Einrichtung im Osten von Pöring gegenüber dem dortigen Kindergarten einziehen. Die Container stammen vom gleichen Anbieter wie in der Bahnhofsstraße. Dieser Anlage wird die neue Einrichtung auch gleichen.

Auf die Nachfrage, ob am Pöringer Standort zusätzlich eine künftige Erweiterung vorgesehen sei, erklärte Poschenrieder, der Gemeinderat habe sich darüber Gedanken gemacht. Man sei sich einig, dass in diesem Fall zunächst ein anderer Platz gesucht werden müsse. Wenn man die Verteilung der Flüchtlinge nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel berechnet, müsste nach den aktuellen Prognosen Zorneding bis zum Jahresende rund 224 Menschen aufnehmen. Darauf wies Landrat Niedergesäß hin. „Hinter jeder Zahl steckt ein schweres Schicksal.“ Mitarbeiter des Landratsamtes informierten unter anderem zum Ablauf des Asylverfahrens.

Dass im kleineren Pöring künftig anteilsmäßig bedeutend mehr Flüchtlinge leben sollen als im größeren Zorneding, veranlasste einen Bürger zu der Aussage: „Die guten Sachen bekommt Zorneding, die schlechten wir.“ „Das habe ich jetzt nicht gehört“ konterte Poschenrieder. „Wir sind alle Zornedinger. Ich fühle mich auch als Pöringerin.“ Sie erhielt dafür viel Applaus.

Angelika Burwick vom Zornedinger Helferkreis erklärte, wie die Pöringer Flüchtlinge betreut werden sollen. Zuvor mit den Jugendlichen im Eschenhof und aktuell in der Einrichtung in der Bahnhofsstraße haben die Helfer schon viele Erfahrungen gesammelt. Es gibt eine ganze Reihe von Arbeitskreisen, vom Thema Sprache über Unterstützung bei Behördenkontakten bis hin zum AK Hausmeister, die sich um Reparaturen im Containerdorf kümmern. Der AK Alltagsbegleitung beschäftigt sich mit alltägliche Belangen wie Einkaufen, Nutzen der Waschmaschine, Sauberkeit, Hygiene und Ordnung in der Unterkunft oder gemeinsame Unternehmungen. Zentraler Punkt in der Betreuung sind persönliche Paten für jeden Flüchtling, der beispielsweise in Pöring jetzt Hilfe und Orientierung beim Eingewöhnen und bei persönlichen Problemen geben soll. „Dafür brauchen wir aber noch eine ganze Reihe von Helfern“, so Burwick gegenüber der EZ. Sie machte aber auch klar: „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Wir helfen den Flüchtlingen über den Zaun zu klettern, aber wir heben sie nicht drüber.“

Ein Bürger brachte am Schluss der Veranstaltung die Stimmung vieler Teilnehmer auf den Punkt: „Ich bin froh, dass wir keine egoistische Gesellschaft sind."

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