Sozialer Wohnungsbau

Mehr als ein Hoffnungsschimmer

In den Neubaugebieten W7 und W8 werden insgesamt rund 500 bezahlbare Mietwohnungen entstehen. Das hat die Gemeinde Poing mit den Bauträgern vereinbart.

Poing – Wie groß die Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen ist, zeigt die Zahl der Bewerbungen. Für das im Oktober 2018 fertiggestellte und bezogene Projekt im sozialen Wohnungsbau der Wohnungsgenossenschaft (GWG) Ebersberg an der Bergfeldstraße in Poing-Nord hatten sich rund 200 Personen beworben. Für 24 einkommensorientierte und staatliche geförderte Wohnungen. Die Miete liegt mit sechs bis acht Euro in etwa bei der Hälfte Marktpreises. In Poing werde auch in Zukunft weiterer bezahlbarer Wohnraum geschaffen, kündigte Bürgermeister Albert Hingerl beim Neujahrsempfang der Gemeinde an. Dringend notwendig, denn: „Auch für uns ist es schwierig, Mitarbeiter zu bekommen“, sagte Hingerl. Weil die Mieten in Poing bei Neubauten mittlerweile ab 14 Euro aufwärts pro Quadratmeter betragen, im Bestand bei über zehn Euro. Preise, die sich insbesondere Alleinerziehende sowie Pflegekräfte, Kindergärtnerinnen, Senioren, Sicherheit- und Rettungskräfte sowie nicht alle Rathausmitarbeiter leisten könnten. Er selbst kenne Menschen, die aus Poing weggezogen sind, weil sie die Miete hier nicht mehr bezahlen konnten, berichtete Hingerl in seiner Neujahrsansprache.

Was tun? Die Gemeinde Poing unternehme alles, um die Situation zu verbessern. Dies geschehe nicht nur in Zusammenarbeit mit der GWG, sondern auch mit der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Bauträger und Investoren am Bergfeld. Für die Neubaugebiete W7 und W8 habe die Gemeinde Poing einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen mit dem Inhalt, dass etwa 40 Prozent der Geschossflächen als bezahlbarer Wohnraum errichtet und angeboten werden muss. „Das entspricht in W7 und W8 insgesamt circa 500 Wohnungen“, verkündete Hingerl. Mit der Umsetzung werde im nächsten Jahr begonnen, wenn der Baustart für das W7 erfolgt. Als Zeitraum bis zur endgültigen Fertigstellung (dann mit Abschluss von W8) nannte der Bürgermeister 10 bis 15 Jahre.

Sowohl im W7 als auch im W8 wird Wohnraum geschaffen für jeweils 2000 Menschen, insgesamt 4000. Davon werden etwa 1600 in günstigen Mietwohnungen leben können – rechnet man die 40 Prozent grob um.

Zuvor wird im Herbst das erste soziale Wohnungsbauprojekt der Südhausbau GmbH aus München, die Mitglied der ARGE ist, fertiggestellt. An der Bergfeldstraße, gegenüber des Badesees, wird derzeit ein Komplex errichtet mit insgesamt 33 einkommensorientierten und staatlich geförderten Mietwohnungen, dazu ein Betriebskindergarten. Die Netto-Kaltmiete liegt, je nach Größe und Einkommensverhältnis, zwischen sechs und acht Euro. Die Bewerbungsphase hat bereits begonnen, Informationen und Unterlagen hierzu gibt es im Rathaus.

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