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Das Arbeiterwohnheim ist verkauft: Ab 1. Mai wird es als Asylbewerberheim genutzt. Die bisherigen Bewohner haben bis auf eine Ausnahme neue Unterkünfte gefunden.

Wohnheim in Poing

Arbeiter raus, Asylbewerber rein

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Das Arbeiterwohnheim an der Gruber Straße in Poing ist ab dem 1. Mai ein Asylbewerberheim. Mit Platz für 138 Personen. Das Gebäude ist vor zwei Wochen verkauft und jetzt an den Landkreis Ebersberg vermietet worden. 

Es war ein ziemlicher Eiertanz in den vergangenen Monaten um die Zukunft des Arbeiterwohnheims in Poing. Mitte Januar hatte das Landratsamt verkündet, dass das Gebäude als Asylbewerberheim genutzt werde, wenige Tage später sagte der damalige Eigentümer, dass dem nicht so sei. Weil er es nicht verantworten könne, dass die Arbeiter von heute auf morgen auf der Straße stehen müssen, erklärte Günter Haslreiter von der gleichnamigen Immobilien & Vermögensverwaltung (Sitz: Ortenburg in Niederbayern) Mitte Januar. Nun aber ist die Situation komplett neu: Haslreiter hat die Immobilie vor zwei Wochen verkauft an einen Investor aus München, der mehrere Arbeiterwohnheime betreibt. Er war derjenige, der schon Anfang Januar das Poinger Gebäude mieten und an den Landkreis untervermieten wollte (wir berichteten).

Seit knapp zehn Jahren hat die Günter Haslreiter Immobilien & Vermögensverwaltung das Wohnheim in Poing geführt, mit einer Kapazität von 138 Betten. Vor sechs Wochen habe er den derzeitigen Bewohnern angekündigt, dass sie nun doch ausziehen müssen. „Mir war es wichtig, dass die Leute genügend Vorlaufzeit haben“, sagte Haslreiter gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Bis auf eine Ausnahme hätten alle Bewohner eine neue Bleibe (teils in Wohnungen, teils in Pensionen) gefunden – größtenteils auf Vermittlung von Günter Haslreiter selbst. „Sowohl mir als auch der Gemeinde Poing und dem Landratsamt war wichtig, dass niemand auf der Straße stehen muss.“ Auch für die noch verbleibende Person zeichne sich eine Lösung ab. „Im Notfall hat der neue Eigentümer zugesagt, dass er den Mann in einem seiner Arbeiterwohnheime unterbringen werde“, so Haslreiter. Der Betrieb in Poing werde am Freitag, 15. April, eingestellt.

Ein weiteres wichtiges Thema sei ebenfalls zu einem guten Ende gekommen: „Alle Mitarbeiter, die im Wohnheim angestellt waren, haben eine neue Arbeit.“ Die Günter Haslreiter Immobilien & Vermögensverwaltung habe Mitarbeiter übernommen, der neue Eigentümer werde eine Mitarbeiterin einstellen. Eine weitere Hausdame habe einen neuen Job in einer Pension gefunden. Somit seien alle Vorgaben erfüllt, die der bisherige Eigentümer, die Gemeinde Poing und das Landratsamt im Vorfeld des Verkaufs gemacht hätten: „Keiner der Bewohner soll auf der Straße stehen, keiner der Mitarbeiter soll arbeitslos werden“, zählt Günter Haslreiter auf.

Mit der Umwandlung des Arbeiterwohnheims in ein Asylbewerberheim kommt Landrat Robert Niedergesäß seinem Ziel, die Poinger Schulturnhallen baldmöglichst wieder freizubekommen, einen Schritt näher. Wenn im Mai in Grub die Traglufthalle für bis zu 300 Personen fertiggestellt ist, stehen in Poing zusammen mit dem Arbeiterwohnheim 438 Plätze zur Verfügung. In der Turnhalle der Dominik-Brunner-Realschule leben derzeit etwa 260 Flüchtlinge, in der Halle der Seerosenschule etwa 40. Der Landkreis plant, im Auftrag der Regierung von Oberbayern, das Arbeiterwohnheim längerfristig als Asylbewerberheim zu betreiben. Die hierfür notwendigen finanziellen Mittel sind von der Regierung bereits freigegeben worden.

Poings Bürgermeister Albert Hingerl hat eigenen Angaben zufolge im Zuge des Verkaufs des Arbeiterwohnheims eine weitere Maßnahme für die Zukunft getroffen: Das Haus an der Plieninger Straße, welches die Gemeinde an das Landratsamt als Asylbewerber-Unterkunft vermietet hat, soll künftig vornehmlich für die Unterbringung von bereits anerkannten Flüchtlingen sowie von Obdachlosen (egal, welcher Herkunft) verwendet werden.

Armin Rösl

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