Poing bekommt einen Streetworker

Poing - Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, hauptsächlich abends - an diesen Tagen und zu diesen Zeiten soll in Poing bald ein Streetworker für die Jugendlichen im Einsatz sein.

Der jüngste Vorfall: Anfang der Woche haben mehrere Jugendliche, der Großteil davon nicht aus Poing, im Jugendzentrum für Aufruhr gesorgt. "Unter anderem haben sie unsere Mitarbeiter angepöbelt", berichtete Michael Krach in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Wie der Leiter des Jugendreferats bekanntgab, haben die Jugendlichen nun Hausverbot erhalten.

In den vergangenen zwei Monaten sei es in Poing generell verstärkt zu Vorfällen wie Vandalismus, Pöbeleien und auch körperlichen Angriffen gekommen, zum Teil unter Jugendlichen selbst, manchmal auch, Pöbeleien, von Jugendlichen gegenüber Erwachsenen. Auch hier stammte ein Großteil der Gruppe nicht aus Poing.

Um besser in die Jugendszene reinzukommen und Präventivarbeit leisten zu können, hat der Gemeinderat gestern einstimmig beschlossen, einen Streetworker einzustellen. Offizieller Begriff: "Aufsuchende Jugendarbeit". Gesucht wird ein Diplom-Sozialpädagoge mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden. Die Halbtagsstelle ist vorerst auf drei Jahre befristet. Arbeitszeiten: hauptsächlich donnerstags, freitags, samstags, sonntags und vor allem abends. "Das sind bittere Arbeitszeiten", gab Michael Krach zu.

Alle Gemeinderatsfraktionen waren sich einig, dass in der Gemeinde Poing die aufsuchende Jugendarbeit notwendig ist. Ludwig Berger, Fraktionssprecher der CSU uns selbst Polizist in Poing, berichtete: "Mich sprechen immer wieder Jugendliche an, die Angst haben vor Gleichaltrigen. Die Lage ist sehr ernst." Deshalb müsse man die Chance nutzen, einen Streetworker einzustellen. "Ob es einen Erfolg bringt, wissen wir noch nicht." Ins gleiche Horn stieß SPD-Fraktionssprecherin Bärbel Kellendorfer-Schmid: "Das Konzept ist gut, das Projekt braucht aber Zeit."

Den Erfolg bzw. die Auswirkungen werde man auch nicht kurzfristig bemerken, fügte Jugendreferatsleiter Michael Krach hinzu. Schließlich müsse der Streetworker zunächst die Jugendlichen und verschiedenen Gruppen kennenlernen. Wie Krach erläuterte, soll der neue Mitarbeiter des Jugendreferats die Jugendlichen an deren Treffpunkten "und in deren Lebenswelt" aufsuchen.

Im Blickfeld der aufsuchenden Jugendarbeit stehen laut Konzept "gefährdete Jugendliche und junge Erwachsene, die sich selbst Schaden zufügen oder mit ihrem Verhalten andere gefährden oder in Gefahr bringen können". Der Streetworker soll laut Krach keinen Kuschelkurs fahren, aber auch kein "Undercover-Agent" sein. Wichtig sei es, "Poinger Jugendliche aus dem harten Kern herauszubekommen".

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