Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin

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Etwa 200 private und gewerbliche Händler verkauften am Samstag in der Océ-Eventhalle ihre Teile. 

Motorrad- und teilemarkt 

Poing: Biker-Paradies für einen Tag

Hunderte Motorradfahrer aus Deutschland und dem Ausland waren am Samstag in Poing. Zum zehnten Mal hatte der Münchner Club „Road Eagle“ zum Verkaufs- und Tauschmarkt eingeladen. Dem größten in Süddeutschland.

Der Dezember gehört nicht unbedingt zu den Lieblingsmonaten der Motorradfahrer: Meist ist es kalt, die Sonne scheint selten, und die Straßen sind oft schon rutschig. Doch spätestens, wenn der Münchner Motorrad- und Teilemarkt einlädt, werden Biker aus ganz Süddeutschland und dem angrenzenden Ausland unruhig. Auch dieses Mal, am Samstag, pilgerten sie wieder in die Eventhalle von Océ in Poing. „Wir sind bereits das zehnte Mal hier und sind sehr zufrieden“, zieht Franz Trost, Präsident des veranstaltenden Motorradclubs Road Eagle aus München, schon morgens eine positive Bilanz. Die rund 6500 Quadratmeter Fläche in der riesigen Halle teilten sich wieder rund 200 Händler, und sie boten alles an, wonach Biker suchen.

Da gab es neben unzähligen Ständen mit Motorradteilen, im Schwerpunkt für die US-Kultmarke Harley-Davidson, von der Rückleuchte über Bremsen, Räder und Auspuffanlagen auch komplette Fahrer-Ausstattungen. Denn Biker wollen cool auftreten, zeigen gerne her, was sie und ihre Maschinen so draufhaben. Also muss auch das persönliche Outfit stimmen. Tatsächlich reichte das Angebot in Poing wieder vom einfachen T-Shirt über Leder-Kombis und Helmen bis hin zu Accessoires wie Gürtelschnallen, Ringen und Stickern, selbst Flaschenhalter aus Leder gab´s zu kaufen.

Überhaupt: Wer ein echter Biker sein will, schlendert lässig durch die Reihen, per du sind hier sowieso alle.

Auch Exotisches stand auf den langen Tischen der Händler: Thomas Reichert aus Erding etwa bot den Helm eines Tornado-Piloten genauso an wie Schuhcreme, „beides ersteigert aus Beständen der Bundeswehr“, verrät er.

Totenköpfe in allen Größen und Platten von Elvis, dem Gesangs-Idol vieler Besucher, standen gleich neben den gebrauchten Motorrädern. Zum Beispiel einer Moto Guzzi V7 „Trust the Rust“, ein italienisches Edel-Bike im Rost-Look samt Beiwagen, zum Preis von 20 000 Euro.

Gar nichts verkaufen, aber für sich werben wollen die „Bikers Against Child Abuse“. Diese Gruppe engagiert sich seit 20 Jahren gegen Kindesmissbrauch, kümmert sich ehrenamtlich um Jugendliche, die Hilfe benötigen. „Damit wir dabei nicht selbst in Gefahr kommen, benutzen wir Decknamen. Und wir kontrollieren uns gegenseitig“, verrät ihr Chef, ein Mann mit Zopfbart – er nennt sich „Catweazle“.

Wer genug gesehen oder gekauft hatte, konnte sich vor der Halle bei Leberkäs-Semmel und Getränken entspannen. Oder er zog, wie die beiden Motorradfreunde Ernesto und Guido, mit einer fetten metallenen Beute heim: „Wir haben hier einen kompletten Rahmen gekauft und fahren jetzt zurück nach Bozen.“ Für sie bleibt der Dezember ganz sicher in guter Erinnerung.

Friedbert Holz

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