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Ausverkauf nach 19 Jahren: Sport Schroll an der Poinger Hauptstraße macht Ende April zu.

Ende einer Ära

Nach 19 Jahren: Sport Schroll schließt

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Mit Sport Schroll macht eines der ältesten Geschäfte in Poing-Süd zu. Der Familienbetrieb hört Ende April auf, bis dahin wird ausverkauft. Danach bleibt das Geschäft erstmal leer – ebenso wie der ehemalige Bio-Laden nebenan.

Freilich wäre jetzt wieder Gelegenheit, über Poing-Süd und insbesondere über die Hauptstraße zu schimpfen und wehzuklagen. Aber das wollen Franziska und Werner Schroll jetzt gar nicht mehr. Sie haben sich aus Altersgründen entschlossen, ihr Sportgeschäft zu schließen. Am 30. April ist Feierabend, nach 19 Jahren. Damit schließt eines der ältesten Läden in Poing-Süd, letzte „Dinosaurier“ sind das Elektronikgeschäft EP:Wondra und der Modeshop Babalu. „Ja, wir haben schon einige Geschäfte kommen und gehen gesehen“, sagen die Schrolls, und fügen mit einem Grinsen hinzu: „Wir sind selbst erstaunt, wie lange wir es ausgehalten haben.“

Laufkundschaft ist seit jeher Fehlanzeige in der Hauptstraße. Und seit die Zufahrtstraße zum Wildpark, Am Hanselbrunn, fertig ist, fahren auch weniger potentielle Kunden durch die Hauptstraße. Auch deshalb haben sich Franziska und Werner Schroll in den vergangenen Jahren auf den Ski-Service spezialisiert. Ausleihe von Skiern und Skischuhen, insbesondere für Kinder, sowie Kantenschleifen und Wachsen von Skiern aller Art. Hierfür erwarb Werner Schroll vor Jahren eine Maschine, die er jetzt wieder weiterverkauft. Bis zum 15. April ist sie noch in Betrieb – für all diejenigen, die ihre Skier für die nächste Saison noch herrichten lassen wollen.

Der Ausverkauf läuft bis zum 30. April. Die Regale im Laden haben sich in den vergangenen Tagen schon ziemlich gelichtet. Zu Sonderpreisen gibt’s ausschließlich Skiausrüstung sowie Skihandschuhe, -mützen und -helme. Das einzige, was in den vergangenen Jahren noch lief. In den Sommermonaten hatte Sport Schroll bereits Pause gemacht.

Unabhängig von äußeren Einflüssen und Umständen ist es für Franziska (59) und Werner (70) Schroll einfach an der Zeit aufzuhören. „Ich habe immer gesagt: Ich möchte nicht mit den Füßen voran aus dem Laden getragen werden“, sagt Werner Schroll und lächelt. „Wir werden jetzt Rentner.“ Mit viel Zeit für die Berge: wandern, skifahren, radfahren. Denn: „Wir sind keine Strandurlauber.“

Was nach ihnen kommt, wissen die Schrolls nicht. Vorerst werde das Geschäft leer bleiben – wie der ehemalige Bio-Laden nebenan. Sie selbst sind, zurecht, stolz auf sich, so lange durchgehalten zu haben. „Für ein Sportgeschäft sind wir eigentlich viel zu klein“, sagen Franziska und Werner Schroll. Sie aber haben es geschafft: mit Freundlichkeit und vor allem mit Service. Das beste, womit kleine Läden in Poing-Süd gegenüber der Konkurrenz punkten können.

Armin Rösl

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