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Für das härteste Rennen der Welt hat Heiko Vossler in den vergangenen Tagen auch im Poinger Bergfeldsee trainiert - bei Minusgraden.

Extrem-Sportler

Heiko Vossler tut es schon wieder

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Die 15 Kilometer gelten als die härteste und brutalste Laufstrecke der Welt. Herzstück sind die so genannten "Killing Fields" (Schlachtfelder), auf denen 32 Hindernisse auf die Teilnehmer warten. 20 von ihnen führen durch eiskaltes Wasser und Matsch. Heiko Vossler aus Poing trainiert seit Monaten für den Start am Sonntag. 

Die Antwort, warum er sich die Strapazen noch einmal antut, ist kurz und direkt: „Weil es einfach geil ist.“ Heiko Vossler grinst dabei wie ein Kind, das sich auf seinen zweiten Ausflug ins geliebte Landschulheim mit Schulsport freut. Ganz so gemütlich wird’s nicht, wenn der 43-jährige Poinger am heutigen Freitag in Begleitung seiner Frau Kerstin nach Großbritannien fliegt.

Heiko Vossler (Mitte, im blauen Shirt) bei seiner "Tough Guy"-Premiere vor einem Jahr.

Am Sonntag startet er beim selbsternannten „härtesten Rennen der Welt“, dem „Tough Guy Race“ in Wolverhampton. 15 Kilometer bei britischem Wetter, 15 Kilometer mit 32 Hindernissen, davon 20 mit Wasser. Eine Auswahl: unter in 50 Zentimetern Höhe befestigten Stacheldraht durch Matsch robben; durch mehrere Tunnel (Durchmesser: ein Meter) kriechen; unter einer Holzbrücke hindurch in eiskalten Tümpeln tauchen; auf zehn Metern Höhe klettern und auf der anderen Seite wieder hinab; sich aus einer Höhe von drei Metern abseilen; unter einen Elektrozaun durchkriechen; durch brennende Heuballen rennen. Das alles und noch vieles mehr wartet auf dem Herzstück des Rennens, den so genannten „Killing Fields“ (Schlachtfelder).

Bei seiner ersten Teilnahme vor einem Jahr hat Heiko Vossler rund 4000 Teilnehmer überholt. Von denen hatte wiederum die Hälfte während des Rennens aufgegeben. Am Ende erreichte der Poinger Platz 1211, von gut 6000 Läufern. Das Ziel erreicht hatten lediglich 2864. Vosslers Zeit: drei Stunden, sieben Minuten und fünfzig Sekunden.

Die gute Platzierung ist der Grund, warum Vossler sich die Strapazen erneut antut. „Als Belohnung habe ich jetzt die Startnummer 493 erhalten und bin somit viel weiter vorne im Teilnehmerfeld“, sagt er und hofft: „Dann muss ich vor den Hindernissen nicht mehr so lange warten.“

Mehrere Minuten lang stehen die Läufer nach einem Hindernis durchnässt in Eiseskälte, um über die nächste Hürde zu kommen. Erst aber müssen sie diejenigen drüber bzw. durch lassen, die gerade vor ihnen sind. Im vergangenen Jahr musste Heiko Vossler als Neuling ganz hinten starten – und oft sehr lange warten.

Vor etwa vier Jahren hat er mit dem Laufen begonnen. „Für den Körper und für den Geist“, sagt er. Schnell kam er in den Halbmarathon-, später in den Marathon-Bereich. Irgendwann wurde ihm das zu langweilig, weshalb er sich auf Hindernisläufe spezialisiert hat.

Für das „Tough Guy Race“ hat der Poinger (der als selbstständiger Bodenleger und -gutachter arbeitet) in den vergangenen Monaten mindestens vier Mal pro Woche trainiert. Laufen, Kraft und Ausdauer. Er ist über Felder und Wiesen rund um Poing gerannt, bei Minunsgraden durch den Badesee geschwommen – und danach in nassen Klamotten weiter gelaufen. „Man muss schon ein bisserl mehr als nur verrückt sein“, gibt der zweifache Familienvater zu. Vor dem „Tough Guy Race“ bestätigen die Teilnehmer, dass im Todesfall die Angehörigen den Veranstalter nicht verantwortlich machen können.

Armin Rösl

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