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Am westlichen Ortseingang von Grub wird im Februar eine Traglufthalle aufgestellt.

Notunterkünfte

Zwei Traglufthallen mit Zimmern und Verpflegung

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Voneinander abgetrennte Räume mit Stockbetten für maximal sechs Personen, Gemeinschaftsräume, Sanitärbereiche, Gebetsraum sowie Zimmer für Sicherheitsdienst und Sozialarbeiter. Dazu ein Essensbereich, wo die Flüchtlinge versorgt werden. Das ist, grob gesagt, das Konzept für die Traglufthallen in Pliening und Grub. 

Der Vergleich, den Plienings Bürgermeister Roland Frick (CSU) anstellt, ist so abwegig nicht: „Es ist, als würde vorübergehend ein Hotel gebaut werden.“ Freilich ist eine Traglufthalle kein Sterne-Haus, das weiß auch Frick, dennoch bietet sie den Flüchtlingen mehr Komfort, Platz und Privatsphäre als eine Schulturnhalle. 70 Meter lang, 38 Meter breit und 9,5 Meter hoch ist eine Traglufthalle, informiert Evelyn Schwaiger, Sprecherin des Landratsamtes. Zum Vergleich: ein Fußballplatz ist maximal 120 Meter lang und 90 Meter breit. Der Landkreis Ebersberg hat sowohl für Pliening als auch für Grub (Gemeinde Poing) den Antrag auf den Bau einer Traglufthalle gestellt. Der Gemeinderat Pliening hat diesem bereits vor einigen Wochen zugestimmt, der Bauausschuss Poing tat dies am Dienstagabend.

Die erste Traglufthalle wird im Januar westlich des Sportgeländes in Pliening errichtet.

In Pliening, neben dem Sportplatz, sind die Erdarbeiten bereits im Gange. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Geplant sei, dass die Halle vermutlich Mitte Januar stehen werde, sagt Schwaiger. Einen Monat später, im Februar, soll Grub folgen. Dort wird die Notunterkunft am östlichen Ortseingang, von Poing kommend, nördlich der Senator-Gerauer-Straße errichtet. Die staatliche Landesanstalt für Landwirtschaft hat das Grundstück bereitgestellt. Die Kosten für die Traglufthallen, die jeweils Platz für maximal 300 Personen bieten, übernimmt die Regierung von Oberbayern.

In beiden Notunterkünften werden die Asylbewerber durch einen Caterer mit Vollverpflegung versorgt, weshalb sie außer einem Taschengeld keine weitere finanzielle Unterstützung erhalten werden. „Wir werden hier das Prinzip Sachleistung statt Regelsätze anwenden“, erläuterte Marion Wollinski, Leiterin des Sozialamtes im Landratsamt, in einer Infoveranstaltung am 16. November in Pliening.

Einen detaillierten Plan, wie die Hallen eingerichtet sein werden, gibt es noch nicht. Landratsamts-Sprecherin Eveyln Schwaiger kann aber bereits aufzählen, was an Ausstattung im so genannten „Leistungspaket“ vorgesehen ist: Raummodule für maximal sechs Personen mit Abtrennwänden mit einer Mindesthöhe von 2,50 Metern; in den Zimmern werden Stockbetten aufgestellt sowie Strom und Licht installiert. Des Weiteren gibt es nach Geschlechtern getrennte Sanitär- und WC-Räume; außerdem: Räume für Waschmaschinen und Trockner, einen Aufenthaltsraum mit TV, einen Aufenthaltsraum für Familien und für Kinder, einen Gebetsraum, einen Raum für Erste Hilfe. Hinzu kommen Zimmer für den Sicherheitsdienst sowie für Mitarbeiter des Landratsamtes, ein Essensbereich sowie Schließfächer, Kleiderspinde und Gepäckräume.

Armin Rösl

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