+
Willkommen zuhause: Familienzentrumsgründerin Renate Stein (sitzend li.) hat zum 30. Geburtstag des Vereins der Einrichtung im Bürgerhaus einen Besuch abgestattet. Rechts sitzend hält die aktuelle Vorsitzende Susanne Knott das Tuch, das Stein als Geschenk aus ihrer heutigen Heimat Argentinien mitgebracht hat. Außerdem auf dem Bild: einige der aktiven Mitglieder aus Verein und Vorstand von heute. 

30 Jahre Familienzentrum Poing

Familientreffen

  • schließen

Zum 30. Geburtstag des Familienzentrums Poing gab es ein herzliches Wiedersehen: Gründerin Renate Stein ist aus Argentinien angereist.

Poing – Das Hallo ist groß, als Renate Stein den Raum betritt: herzliche Umarmungen, Bussis, „wie schön, dass Du da bist!“. Anlässlich des 30. Geburtstages, den das Familienzentrum Poing heuer feiert, ist Renate Stein aus ihrer Wahlheimat Buenos Aires (Argentinien) in ihre Heimat gekommen. Um mit früheren und aktuellen Vereinsmitgliedern in Erinnerungen zu schwelgen und den runden Geburtstag zu feiern. 1988 gründete sie zusammen mit Mitstreiterinnen den „Kinderspiel e.V.“, Vorläufer des Familienzentrums. Zielsetzung des Vereins: „Förderung der Integration junger Familien in der Gemeinde, damit sie aktiv am Gemeindeleben teilnehmen. Als regelmäßige Angebote sind Eltern-Kind-Spielgruppen, Ferienspielaktionen und Ausflüge geplant“, hieß es damals.

Bei ihrer Rückkehr mit dabei hat Renate Stein ein historisches Dokument: Jenen mit Schreibmaschine getippten Antrag an die Gemeinde Poing mit der Bitte, ein Familienzentrum einrichten zu dürfen. Zur entscheidenden Gemeinderatssitzung waren rund 60 Kinder mit ihren Eltern ins Rathaus gekommen. Dort fiel der Beschluss, dass die beiden damaligen Vereine „Kinderspiel“ und „Kommunikation“ ein Familienzentrum aufbauen zu dürfen. Im November 1995 beschließen die Vorstände, sich zum „Familienzentrum Poing und Kinderspiel e.V.“ zusammenzuschließen. Der Auftakt des bis heute größten und wichtigsten Kommunikationszentrums und Treffpunkts für Familien in Poing.

Genau gesagt ging es damals so richtig los in einem Baubüro-Container, den Renate Stein zusammen mit ihren Mitstreiterinnen (allesamt engagierte Mütter) und deren Männern gekauft, aufgestellt und umgebaut hat. Der stand zunächst an der Gebrüder-Asam-Straße, wo sich heute die evangelische Christuskirche befindet; später musste der Container an die Blumenstraße umgezogen werden, wo sich heute Reihenhäuser befinden (neben dem Verwaltungsgebäude des Kommunalunternehmens VE München Ost). Die Bedingungen waren hüben wie drüben gleich: eng, oftmaliger Ausfall der Heizung, dennoch stets vollgefüllte Räume bei Aktionen und Angeboten aller Art.

Seit 1996 läuft das Programm des Familienzentrums, begonnen hat es unter anderem mit Spiele- und Bastelnachmittage, Samstags-Einkaufsbetreuungen, Treffs für Mütter und Väter, Kasperltheater, offenes Café und Miniclub. All das gibt es bis heute – und noch vieles mehr. Vorträge, Infoabenden, Sport- und Malkurse, um nur einiges zu nennen. Und: Mittlerweile betreibt der Verein zwei Kindertagesstätten im Zauberwinkel sowie zwei Horte. Und seit 2012 arbeitet das Familienzentrum mit dem AWO-Ortsverein als Projekt MEGA (Mehr-Generationen-Aktiv) zusammen, das unter anderem Seniorennachmittage anbietet. Poing ohne Familienzentrum? Unvorstellbar.

Genau so fühlt es sich auch für Renate Stein an, als sie jetzt nach vielen Jahren für ein paar Tage zurückgekehrt ist. Seit über zwölf Jahren lebt sie zusammen mit ihrem Mann in Buenos Aires und hat dort ein eigenes Familienzentrum aufgebaut. Europaweit gibt es über 1000 solcher Einrichtungen. Das Poinger Familienzentrum befindet sich mittlerweile im Bürgerhaus – bis zum Einzug im April 2009 hatte der Verein sieben Standorte im Ort, von „Zentrum“ konnte keine Rede sein.

Renate Stein freut sich, dass der Verein im Max-Mannheimer-Bürgerhaus zum zentralen Treff- und Mittelpunkt geworden ist. Während sie drinnen im Café erzählt, genießen draußen auf der großen Terrasse und im Garten zahlreiche Mütter, Väter und Kinder bei Kuchen und Kaffee die Herbstsonne. „Wir sind immer da“, sagt Susanne Knott den Kernsatz des Familienzentrums. Sie ist die Vorsitzende und berichtet unter anderem davon, dass pro Jahr etwa 7000 bis 8000 Besucher (davon knapp die Hälfte Erwachsene) zum regelmäßigen „Offenen Treff“ kommen. Als dieser vor 30 Jahren startete, waren es gerade mal eine Handvoll. Damals hatte Poing etwa 4000 Einwohner, heute sind es 16 500. Und mittendrin: das Familienzentrum.

Informationen

Alles über das Familienzentrum Poing und dessen Angebote: www.familienzentrum-poing.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Aufstand gegen Grafinger Ausstellung
Ist die aktuelle Grafinger Ausstellung zur Revolution in den Jahren 1918/19 rechtslastig? Diesen Vorwurf erhob in der jüngsten Stadtratssitzung das Bündnis für Grafing …
Aufstand gegen Grafinger Ausstellung
Ebersberg ist auf der Suche nach neuen Parkplätzen
Nicht nur in den Wochen der Schneeberge auf den Straßen drehen Autofahrer oft ein paar Extrarunden, bis sie im Zentrum der Kreisstadt einen Parkplatz gefunden haben. Das …
Ebersberg ist auf der Suche nach neuen Parkplätzen
Levin aus Ebersberg
Da strahlen sie, die glücklichen Eltern. Endlich ist Levin da, nach Ben das zweite Kind von Sabrina und Dominik Quinlan aus Ebersberg. Der Bub hat am 15. Januar in der …
Levin aus Ebersberg
Zwei Jobs und trotzdem obdachlos - Darum ist Astrid Lenz (55) kein Einzelfall
Vaterstetten/ Landkreis Ebersberg: Astrid Lenz hat zwei Jobs - trotzdem ist sie quasi obdachlos. Die 55-Jährige ist bei Weitem kein Einzelfall.
Zwei Jobs und trotzdem obdachlos - Darum ist Astrid Lenz (55) kein Einzelfall

Kommentare