Männer entsorgen Müll an Wertstoffinsel.
+
Vom Detektiv erwischt: Drei Männer entsorgen an der Wertstoffinsel Kirchheimer Allee (Rondell) an einem Sonntag allerlei Schrott. Unter anderem kippen sie den Inhalt einer Restmülltonne in einen Container für Leichtverpackungen. 

Wertstoffinsel

Abfalltonne und Sperrmüll in Wertstoffcontainer gekippt: Mülldetektiv ertappt in Poing Täter auf frischer Tat

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Drei Männer entsorgen an einer Wertstoffinsel in Poing illegal Sperrmüll, entleeren gar eine Mülltonne. Was sie nicht wissen: Ein Detektiv beobachtet sie.

Poing – Drei Männer entsorgen an der Wertstoffinsel an der Kirchheimer Allee (Rondell) seelenruhig Haus- und Sperrmüll sowie Elektroschrott. In und außerhalb der dort aufgestellten Wertstoffcontainer. Als sie auch noch den Inhalt einer mitgebrachten 1,1 Kubikmeter-Mülltonne in einen Container für Leichtverpackungen (LVP) kippen, klickt der Detektiv auf den Auslöser der Kamera. Geschehen am Sonntag, 13. Dezember, jetzt sind die Täter ausfindig gemacht worden, das Bußgeld wurde bezahlt. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, betrug die Strafe für die illegale Müllentsorgung 633,50 Euro. Bei den Tätern handelte es sich um drei Mitarbeiter einer auswärtigen Firma, berichtet das Rathaus.

Poing: Detektei überwacht Wertstoffinseln

Die große Wertstoffinsel an der Kirchheimer Allee sowie jene auf der Südseite des S-Bahnhofs sind die beiden größten Problemstandorte in der Gemeinde Poing. Weil dort scheinbar unbeobachtet Abfall entsorgt werden kann – in diesem jetzt vom Rathaus bekannt gegebenen Fall waren die Täter allerdings nicht unbeobachtet. Ein Mitarbeiter der von der Gemeinde beauftragten Detektei hat die Müllsünder auf frischer Tat ertappt.

Gemeinde zahlt 20.000 Euro im Jahr

Seit dem 1. Januar 2020 ist eine Privatdetektei aus München für die Gemeinde im Einsatz, der Auftrag: die Wertstoffinseln kontrollieren. Laut Vertrag ist das Unternehmen pro Jahr 400 Stunden in Poing tätig, dafür zahlt die Gemeinde 20.000 Euro. Der Gemeinderat hat Ende 2020 den Vertrag um ein Jahr für 2021 verlängert.

Poing: Detektei deckt 376 Verstöße auf

Laut Auskunft von Bürgermeister Thomas Stark hat die Detektei im vergangenen Jahr insgesamt 376 Verstöße entdeckt. Grob gerechnet bedeutet dies im Durchschnitt eine Anzeige pro Einsatzstunde. 20 Fälle seien eingestellt worden, „der Rest hat bezahlt oder das Verfahren läuft noch“, so Stark. Zusätzlich zur Detektei seien im Jahr 2020 noch 170 private Anzeigen im Rathaus eingegangen. Von Personen, die andere bei der illegalen Müllentsorgung beobachtet und dies gemeldet haben.

Über 12.000 Euro Strafgelder

Im Jahr 2020 betrug die Gesamtsumme des Verwarnungs- bzw. Bußgeldes über 12.000 Euro, berichtet der Bürgermeister. In diesem Betrag enthalten sind sowohl die Anzeigen der Detektei als auch andere.

Der Grund, warum der Gemeinderat beschlossen hat, eine Privatdetektei mit der Überwachung der Standorte zu beauftragen, war zum einen die Ahndung der vielen Müllablagerungen an den Containerstandplätzen sowie der ebenfalls nicht erlaubten Sonn- und Feiertagsentsorgung der Wertstoffe, zum anderen soll die Überwachung als Abschreckung dienen. Letzteres allerdings hilft nicht immer: Bereits im Oktober 2020 haben Unbekannte an der Wertstoffinsel Kirchheimer Allee über eine Tonne Sperrmüll (insbesondere alte Möbel) abgelagert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare