In einem Fleischereibetrieb gibt es einen Ekel-Skandal.
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Auf Wurst hatte es ein Ladendieb im Landkreis Ebersberg abgesehen.

Für eine Handvoll Wurst

Mann klaut Wurst bei Aldi, weil ihm Rente nicht reicht - Nun droht hohe Strafe

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Weil ihm die Rente nicht reicht, hat ein Rentner im Landkreis Ebersberg bei Aldi einige Wurstwaren gestohlen. Vor Gericht wehrte er sich nun gegen die Geldstrafe.

Ebersberg/Poing – Seine Rente sei „Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel“, erklärte der Angeklagte dem Gericht. Dass er wegen Ladendiebstahls gleich 2000 Euro Strafe zahlen müsse, fand er übertrieben und hatte deshalb Einspruch eingelegt.

Wurst-Diebstahl bei Aldi: Rentner wehrt sich vor Gericht - „Woher soll ich das Geld nehmen?“

Vergangenen Juni hatte der Poinger beim heimischen Aldi im Landkreis Ebersberg mehrere Wurstwaren im Gesamtwert von knapp 10 Euro in seinen Rucksack gesteckt und nicht bezahlt. „Dass ich bestraft werden muss ist klar, aber doch nicht gleich so hoch“, sagte der Angeklagte vor dem Amtsgericht in Ebersberg.

Die Lebensmittel habe er auch nur zum Eigenverzehr genommen, weil ihm eben manchmal die Rente nicht reiche. Außerdem sei er wegen seines schlechten Gesundheitszustands manchmal beim Einkaufen so fertig, dass er durchschnaufen müsse und dabei die Sachen einfach im Rucksack vergesse. „Aber deshalb hab ich jetzt einen Korb auf meinem Gehwägelchen, damit das nicht mehr vor kommt“, erklärte der Rentner und tätschelte sein Gefährt.

Wegen Wurst-Diebstahl vor Gericht: Staatsanwaltschaft kommt Rentner entgegen

Er rechnete dem Amtsgericht vor, dass er neben 30 000 Euro Schulden gerade einmal 80 Euro im Monat für Einkäufe über habe. „Woher soll ich denn da noch das Geld für die Staatsanwaltschaft nehmen?“, fragte er Richterin Vera Hörauf. Die entgegnete, dass er mit einem Tagessatz von 25 Euro eh schon am untersten Rand sei – ließ sich aber schließlich auf einen Satz von 15 Euro ein. Damit betrug die Geldstrafe des Rentners nur noch 1200 Euro. „Wird wohl so gehen müssen“, stöhnte der Poinger, willigte ein und fuhr seinen Rollator aus dem Gerichtssaal. (rs)

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