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Angelbrechtinger Kinder müssen die Neufarner Straße überqueren, auf der sich viele Auto- und Lkw-Fahrer nicht an die Höchstgeschwindigkeit halten.

Neufarner Straße

Angelbrechting: Über „Raser-Straße“ zur Schule

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Kinder aus Angelbrechting, die mit dem Fahrrad nach Poing zur Schule wollen, müssen die Neufarner Straße queren. Auf der rasen Autos und Lkws durch den Ort.

Poing – Donnerstag, 7.20 Uhr: Über die Neufarner Straße, die durch Angelbrechting führt, rauschen viele Autos. Gefühlt halten sich nur wenige an die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Egal, ob Autos oder Lastwagen – viele donnern mit hohem Tempo durch. Obwohl es Ortsbereich ist. Jetzt, da die Schule begonnen hat, blicken einige Eltern aus Angelbrechting mit Sorge auf die Situation, weil: Wenn Kinder mit dem Fahrrad zur Schule nach Poing wollen, müssen sie die Neufarner Straße überqueren. Und am Nachmittag umgekehrt. 


Angelbrechting: Kaum jemand hält sich an zulässige Geschwindigkeit

Auch für erwachsene Fußgänger und Radfahrer gibt es keine andere Möglichkeit von der Dorf- oder der Bergstraße auf die andere Seite zu kommen. Wenn im Herbst Frühnebel herrscht, könnte es noch gefährlicher werden, befürchten Claudia und Florian Bruno.

Die Eltern zweier zehnjährigen Mädchen haben sich nun an die Gemeinde Poing und Bürgermeister Albert Hingerl gewandt mit der Bitte um Unterstützung. Kurzfristig beispielsweise könnte eines der großen Verkehrswacht-Plakate zum Schulanfang auch an dieser Stelle in Angelbrechting angebracht werden. Um Autofahrer darauf hinzuweisen, dass auch hier Schulkinder über die Straße müssen. 

Wunsch nach mehr Sicherheit

In Poing ist der Radweg zu Ende, dort geht‘s weiter auf der vielbefahrenen Neufarner Straße. 

Weitere Maßnahmen, die die Familie Bruno vorschlägt: Schulweghelfer, Geschwindigkeitsanzeige, Bedarfsampel. „Ich selbst gehe nahezu täglich zu Fuß über die Neufarner Straße und stelle immer wieder fest, dass es sich für viele Pkw- und Lkw-Fahrer nicht lohnt, für die kurze Strecke in der Ortschaft die Geschwindigkeit zu reduzieren. Sicherlich ist vielen gar nicht bewusst, dass Fußgänger sowie Schülerinnen und Schüler aus der Dorf- bzw. der Bergstraße die Neufarner Straße überqueren müssen“, schreibt Claudia Bruno an die Gemeindeverwaltung.

Poing: Bürgermeister kündigt Unterstützung an

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte Bürgermeister Albert Hingerl am gestrigen Donnerstagnachmittag mit, dass die Anregung der Familie Bruno, an der Neufarner Straße in Angelbrechting ein signalfarbenes Banner zum Schulstart anzubringen, sofort umgesetzt werde. Die anderen Vorschläge werde die Verwaltung prüfen und beim Landratsamt Ebersberg einbringen. Dieses ist für die Neufarner Straße zuständig, da es sich um eine Kreisstraße handelt.

Auch in Poing birgt die Neufarner Straße Gefahren

Die gleiche Situation gibt es auch am südlichen Ortseingang von Poing: Hier hatte ein Anlieger ebenfalls Maßnahmen gefordert für mehr Sicherheit für die Schulkinder, die dort die Straße überqueren müssen. Außerdem gibt es keinen Radweg. Auch hier ist das Landratsamt verantwortlich.

Hingerl weist darauf hin, dass an der Neufarner Straße in Angelbrechting sowohl Polizei als auch Kommunale Verkehrsüberwachung immer wieder Geschwindigkeitsmessungen durchführen. Darüber hinaus sehe er aber auch die Möglichkeit, ein gemeindeeigenes Gerät zur Geschwindigkeitsmessanzeige aufzustellen.

Eltern bieten kostenloses Notfalltraining an

Am Ende ihres Briefes an die Verwaltung bzw. den Bürgermeister schreiben Claudia (Sanitäterin und Erste-Hilfe-Ausbilderin) und Florian Bruno (Notfallsanitäter und Erste-Hilfe-Ausbilder), die das Institut für Methodik und Notfallmedizin betreiben: „Leider ist es für uns aus beruflichen Gründen nicht möglich, selbst als Verkehrshelfer zu agieren. Deshalb würden wir jedoch gerne als Zeichen unserer Unterstützung für alle Verkehrshelfer der Gemeinde Poing (also auch Angelbrechting) ein kostenloses Notfalltraining – einen abgekürzten Erste-Hilfe-Kurs gezielt für Notfälle mit Kindern – anbieten.“

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