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Mehr als die Hälfte der Bevölkerung rund um München pendelt zum Arbeiten in eine andere Gemeinde. Die Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und die Gemeinde wollen für auswärtige Arbeitnehmer mehr bezahlbare Wohnungen bauen. 

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Arbeitsnah wohnen statt täglich pendeln

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Die Gemeinde Poing und die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsbaugesellschaften wollen bezahlbare Wohnungen schaffen. Um somit auswärtigen Arbeitnehmern Wohnraum am Ort bieten zu können. 

Der Pendelverkehr zwischen Wohnung und Arbeit nimmt zu. Die jetzt vorgestellte bundesweite Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn sieht die Region München als Spitzenreiter der Pendelbewegungen. 60 Prozent der Arbeitnehmer fahren zum Arbeiten in eine andere Gemeinde. Im Fall von Poing bedeutet dies nicht nur tausende Auspendler nach München und Umgebung, sondern auch viele, die zum Arbeiten in die Gemeinde kommen. Poing ist mit knapp 6000 Arbeitsplätzen in den ortsansässigen Unternehmen der größte Arbeitgeber im Landkreis Ebersberg.

Deshalb spricht sich die ARGE Poing „Am Bergfeld“ für mehr arbeitsnahen Wohnraum innerhalb der Metropolregion München aus. Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus Wohnungsbaugesellschaften und der Gemeinde Poing schaffte eigenen Angaben zufolge in den vergangenen acht Jahren mit den Wohngebieten Zauber- und Seewinkel Wohnraum für circa 4000 Neu-Poinger.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung kommentiert ARGE-Sprecher Helmut Sloim die Ergebnisse des Bundesinstituts für Raumforschung wie folgt: „Es wird immer Pendelbewegungen geben. Um die weitere Zunahme zu stoppen, sollte man in mehreren Bereichen gleichzeitig arbeiten: Stärkung der Lebensqualität vor Ort, Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und Schaffung von Bezahlbaren Wohnraum. An allen Themen arbeiten wir mit der Gemeinde Poing und der ortsansässigen Wirtschaft eng zusammen.“

Wie berichtet, soll für die beiden noch zu realisierenden Neubaugebiete W7 und W8, nördlich der Bergfeldstraße, der Fokus auf bezahlbare Wohnungen liegen. Statt ausschließlich Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser wie im Zauber- und Seewinkel ist geplant, Mehrgeschosskomplexe mit Mietwohungen zu errichten.

Außerdem, so berichtet Sloim, entwickelt die Firmengruppe Südhausbau (ein Mitglied der ARGE) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde derzeit einen Betriebskindergarten für Unternehmen in Poing. Bürgermeister Albert Hingerl begrüßt diese Entwicklung und verweist auf die zukünftigen Aufgaben: „Wir setzen uns immer dafür ein, dass unsere Bürger am Ort gut leben und gut arbeiten können. Für die Zukunft ist uns besonders wichtig, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht. Menschen in Pflegeberufen, Erzieherinnen und Arbeitnehmer in anderen sozialen Beschäftigungen müssen bezahlbaren Wohnraum finden. Daran arbeiten wir zusammen mit der ARGE“.

Des Weiteren ist laut Hingerl der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs sowie der Verkehr zwischen den Gemeinden wichtig. Vor Kurzem erst wurde diesbezüglich eine Initiative gegründet, um ein interkommunales Verkehrskonzept aufzustellen. Darüber hinaus unterstützen die Gemeinde Poing und die ARGE das S-Bahn-Bündnis Ost, eine Initiative der Messe München.

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