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Die Koffer sind gepackt, die letzten Asylsuchenden reisen ab. Damit sind die Poinger Turnhallen nicht mehr mit Flüchtlingen belegt.

Flüchtlingsunterkünfte in Poing

Turnhallen wieder frei

Poing - Die Turnhallen der Seerosenschule und der Dominik-Brunner-Realschule sind geräumt. Die dort einquartierten Flüchtlinge sind entweder in Pliening oder in Eichstätt untergekommen.

Jetzt ist vollzogen worden, worüber die Kreis- und Lokalpolitik schon vor Wochen gesprochen hatte. Am gestrigen Donnerstag zogen die letzten Flüchtlinge aus der Turnhalle der Dominik Brunner Realschule in Poing aus. Die Turnhalle der Seerosenschule wurde bereits Ende Juli geräumt. Damit befinden sich nach aktuellem Stand noch gut 150 Asylsuchende in der Gemeinde. Ein wesentlicher Teil der bisherigen Bewohner der Realschulturnhalle wurde durch die Regierung von Oberbayern in den Landkreis Eichstätt verlegt, viele aber auch nach Pliening. 

Das Landratsamt Ebersberg hatte zunächst vorgesehen, 56 Flüchtlinge in die Traglufthalle nach Pliening zu verlegen. Die Auswahl wurde mit der Maßgabe getroffen, dass anerkannte Schutzsuchende (sogenannten Fehlbeleger), bereits arbeitende oder Berufsschulen besuchende Flüchtlinge berücksichtigt werden sollten. Nach Intervention des Helferkreises Poing konnte schließlich die Zahl insgesamt auf fast 80 Flüchtlinge zur Verlegung in die Nachbargemeinde erhöht werden.

 „Der Helferkreis Poing mit seinen über 160 ehrenamtlichen Mitgliedern hat in der Zeit der Belegung der örtlichen Turnhallen Außerordentliches geleistet. Die täglichen Besuche der Helferinnen und Helfer sowie die persönlichen Gespräche mit Schutzsuchenden im Alltag oder zur Lösung von kleinen und größeren Problemen werden allen fehlen“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung des Helferkreises. 

Mit den Deutschkursangeboten konnte vielen Flüchtlingen die Vermittlung der deutschen Sprache angeboten werden, heißt es darin. Ein multikultureller Treffpunkt (vom Familienzentrum) zwischen den Schutzsuchenden und den Helferkreismitgliedern sowie Poinger Bürgern sei das Café International geworden. Zur Erhöhung der Mobilität wurden Fahrräder instandgesetzt und bereitgestellt. Neben der Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen wurde auch eine wöchentliche ärztliche Betreuung in der Realschulturnhalle angeboten. Der Helferkreis hatte zudem die Schutzsuchenden aus den Ländern Eritrea, Irak, Iran und Syrien unterstützt, mit der erteilten Aufenthaltsgestattung einen Antrag auf Bewilligung zum Besuch von Integrationskursen zu stellen.

 Ebenfalls wurde für die Flüchtlinge intensiv nach Arbeitsstellen und Jobs gesucht. Dabei ergaben sich erfolgreiche Arbeitsplatzvermittlungen und der Besuch von Fortbildungskursen, so die Bilanz der Helfer. Die Schutzsuchenden konnten sich außerdem zweimal kostenlos in der vom Helferkreis angebotenen Kleiderkammer mit gespendeten Kleidungsstücken und Schuhen einkleiden. Für die Freizeitgestaltung hatten die Vereine und Kirchengemeinden außerdem Angebote bereitgestellt. Über 40 Paten kümmerten sich sehr individuell um ihre „Patenkinder“. Zur besseren Kommunikation und zur Klärung von Erwartungen zwischen dem Helferkreis und den Schutzsuchenden wurde in Poing ein Nationenkomitee mit jeweils zwei Sprechern aus jeder vertretenen Nation gebildet, das sich alle 14 Tage traf. 

Die politische Gemeinde Poing hatte den Bedarf der Integration schnell erkannt. Bürgermeister Hingerl hatte die Asyl- und Flüchtlingsfragen zur Chefsache erklärt. Der Helferkreis konnte außerdem erreichen, dass nach Monaten der mechanischen Belüftung auch die an die Brandschutzanlage gekoppelten Turnhallenfenster geöffnet wurden. Ebenfalls wurde eine Tauschaktion für Bettwäsche in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt erreicht. In Eichstätt haben die Schutzsuchenden jetzt die Möglichkeit, sich selbst zu bekochen. In der Traglufthalle Pliening treffen sie auf einen inzwischen gewohnten Caterer.

 Für den Helferkreis steht nunmehr die nächste Etappe an. Es gilt, die etwa 150 Schutzsuchenden in Poing in der Anzinger Straße, in der Sultenstraße und in der Gruber Straße weiterhin intensiv zu betreuen und sich als Helferkreis strukturell darauf auszurichten. Ebenfalls bietet der Kreis den Helfern in Pliening seine Unterstützung an. Mit der Kleiderkammer wird dies seit dem Einzug im Mai in das Gebäude in der Gruber Straße schon aktiv praktiziert. Auch mit dem Aktivkreis Markt Schwaben gibt es schon ein gemeinschaftliches Betreuungskonzept für die Bewohner des Arbeiterwohnheims Gruber Straße.

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