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30 Asylbewerber kommen in diesen Tagen neu in die Gemeinschaftsunterkunft in Grub. Dort leben derzeit 60 Schutzsuchende. Gemeinde und ehrenamtliche Helfer kritisieren, dass sie vom Freistaat mit der Betreuung allein gelassen werden.

Gemeinde fühlt sich bei Betreuung im Stich gelassen

Asylbewerber-Unterkunft wird voll: Helfer frustriert

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Die Gemeinde Poing fühlt sich bei der Betreuung der Asylbewerber in Grub vom Freistaat im Stich gelassen: Bis dato gibt es in der Gemeinschaftsunterkunft keine Sozialberatung für die Flüchtlinge. Ein Sicherheitsdienst ist auch nicht mehr da. Und jetzt kommen 30 neue Schutzsuchende, darunter Frauen.

Poing – Die Worte von Bürgermeister Albert Hingerl in Richtung Regierung von Oberbayern sind klar und deutlich: „Hilfeleistung bei Alltags- und Behördenproblemen der Asylbewerber kann nicht einfach auf den Helferkreis und die Gemeinde abgewälzt werden.“ Nachdem die Gemeinschaftsunterkunft in Grub im September 2017 von der Regierung von Oberbayern übernommen worden ist und im Oktober die Unterkunftskoordinatoren ihren Dienst begonnen haben, gebe es bis dato keine Asylsozialberatung in der Containersiedlung. Dort ist Platz für bis zu 150 Personen, aktuell sind rund 60 Schutzsuchende untergebracht, die aus Afghanistan, Syrien, Nigeria und Uganda stammen. In diesen Tagen kommen 30 Neuankömmlinge hinzu. Darunter laut Regierung von Oberbayern auch Frauen aus Schwarzafrika. Dies werde Hingerl zufolge sowohl von den Koordinatoren als auch vom Poinger Helferkreis Asyl problematisch gesehen. Hierzu informiert Dr. Martin Nell, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern: „Wir werden – soweit es möglich ist – auf eine bewährte sukzessive und nach Geschlechtern, Personenstand und Nationalitäten ,gemischte’ Belegung setzen.“ Dies gelte nicht nur für Grub, sondern für alle Gemeinschaftsunterkünfte.

Poings Bürgermeister mahnt an, dass eine direkte und persönliche Sozialberatung vor Ort wichtig für die Asylbewerber sei als Hilfe bei Alltags- und Behördenproblemen. Dies gelte insbesondere für jene, die jetzt neu hinzukommen. Hier sei zwar der Helferkreis aktiv und engagiert, berichtet Hingerl, allerdings könne es nicht sein, dass Ehrenamtliche diese Aufgaben übernehmen müssen.

Wie Nell berichtet, sei die Regierung von Oberbayern für die Sozialberatung nicht zuständig. Generell sehe das Verfahren bei der Asylsozialberatung vor, dass über das bayerische Sozialministerium den Wohlfahrtsverbänden mitgeteilt wird, dass Bedarf besteht. „Dies ist hinsichtlich der Gemeinschaftsunterkunft Poing bereits erfolgt“, so der Regierungssprecher. Welcher der Wohlfahrtsverbände zu welchem Zeitpunkt die Asylsozialberatung übernimmt, liege in deren Händen.

Was Hingerl sowie dem Helferkreis ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, dass in Grub nach 16 Uhr mittlerweile keinerlei Betreuung mehr in der Unterkunft stattfindet, abends und nachts sei keine Security im Dienst. Martin Nell zufolge ist das Verwaltungspersonal, wie in anderen Gemeinschaftsunterkünften auch, montags bis freitags von 7.30 bis 16 Uhr anwesend. Gemäß eines Beschlusses der Staatsregierung aus dem Februar 2017 bestehe die Möglichkeit, Sicherheitsdienste im Bereich der Anschlussunterbringung (wie in Grub) zu beauftragen, nur dann, sofern hierzu eine zwingende, einzelfallbezogene Notwendigkeit besteht. „Hierzu sind insbesondere Kriterien wie Größe und Belegungsstruktur der Unterkunft, Präsenz der Asylsozialberatung, Umfeld der Unterkunft (beispielsweise unmittelbare Nähe zu Schulen) und Polizeipräsenz vor Ort maßgeblich“, erläutert der Regierungssprecher. Derzeit prüfe die Regierung von Oberbayern, ob in Grub ein Sicherheitsdienst eingesetzt wird.

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