Zwei Frauen stehen in einer Kirche
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Martina Hohl (li.) und Gitte Halbeck bieten regelmäßig „Atem holen“ in Poings Pfarrkirche an.

Offenes Angebot

„Atem holen“: Jeden Monat Meditation für alle in Poings Pfarrkirche

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Jeden letzten Dienstag im Monat wird in Poings Pfarrkirche eine Stunde „Atem holen“ angeboten. Mit Texten, Musik, Ruhe und Meditation. Ein Angebot für alle.

Von draußen ist leise und dumpf der Lärm des Feierabendverkehrs zu hören, Reifen quietschen, Autos hupen. Draußen herrscht alltägliche Hektik, drinnen aber: Ruhe. „Atem holen“ heißt es jeden letzten Dienstag im Monat in Poings Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer. „Atem holen“ ist ein Angebot zum Innehalten, Ruhe finden, Meditieren. „Geduldig zu warten ist aus der Mode gekommen.“ Gitte Halbeck spricht diese Worte in den Raum der Kirche, wo rund 20 Personen sitzen, die meisten von ihnen haben die Augen geschlossen. Halbeck liest einen Text mit dem Titel „Engel der Geduld“, sie erläutert anhand von anderen Passagen, beispielsweise aus der Bibel, den Begriff „Geduld“: „Wer warten kann, hat ein weites Herz“, dieser Satz stammt vom Apostel Paulus. Geduld, so liest Gitte Halbeck weiter, sei kein passives Erleiden, sondern ein aktives Durchhalten. Wichtig sei auch: Geduldig mit sich selbst sein.

Eine Stunde, von 17.30 bis 18.30 Uhr

Kurz nach der Weihe von Poings Pfarrkirche vor zwei Jahren haben Gitte Halbeck und Martina Hohl begonnen, eine Stunde Atemholen in der Kirche anzubieten. Zwischen 17.30 und 18.30 Uhr. „Eine Zeit, in der viele Leute von der S-Bahn kommen und nach Hause gehen“, sagt Hohl. Eine Zeit, in der sie (freilich alle anderen ebenso) einen Stopp in der Kirche einlegen können. Eine Zeit, in der sie „Kirche auf andere Weise erleben“, sagt Hohl.

Mit „Atem holen“ wollen Martina Hohl und Gitte Halbeck etwas anbieten, was kein Gottesdienst ist. Offen für alle, offen auch in der Zeit: Wer möchte, kann während der Stunde jederzeit kommen und gehen. Sich hinsetzen, Texte hören, beruhigender Musik lauschen, Stille spüren. Zwischen Text- und Musikpassagen werden Pausen eingelegt, die jeder Besucher für sich selbst nutzen kann. „Atem holen“ soll zum Runterkommen und Durchatmen anregen, sagt Martina Hohl.

Texte und Gedanken zu verschiedenen Themen

Während des Lockdowns wegen Corona musste die ruhige Stunde in der Pfarrkirche pausieren, jetzt kann sie (unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln) wieder stattfinden. Das „Atem holen“-Team besteht aus etwa fünf Ehrenamtlichen, die sich Gedanken machen zu einem Thema, dazu Texte und Musik aussuchen und dann vortragen. Zuletzt war es die Geduld. Noch ein Zitat aus einem Text, den Gitte Halbeck zu diesem Thema vorgelesen hat: „Selig sind die Geduldigen.“

Schon gewusst: Poings Pfarrkirche gilt als bedeutendstes zeitgenössische sakrale Bauwerk der Welt.

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