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Zahlreiche Rettungs- und Feuerwehrkräfte waren am späten Montagabend in Poing-Süd im Einsatz, um zwei Häuser zu evakuieren und Wohnungen zu entlüften. 

Neun Menschen verletzt

Mysteriöse Atemnot - Wohnungen evakuiert

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Was war das bloß? Am Montagabend klagten mehrere Bewohner einer Wohnanlage in Poing über plötzliche Atemwegsbeschwerden, starken Husten, ja sogar Atemnot. Das Haus wurde evakuiert.

Poing – Kurz, nachdem die 82-jährige Elsa Riedel vom Kegelabend nach Hause in ihre Wohnung an der Bgm.-Deffner-Straße in Poing-Süd gekommen war, merkte sie ein starkes Kratzen im Hals. Die Rentnerin musste husten, keuchen, sie rang nach Luft. In ihrer Not rief sie ihre Enkeltochter Monika Bischof an, die in Poing-Nord wohnt. Die 36-Jährige kam herbei geeilt – „etwa zwei Minuten, nachdem ich in der Wohnung war, bekam ich ebenfalls Atembeschwerden und unglaublich trockenen Husten“, erzählt sie am Dienstag, dem Tag danach. „So, als hätte ich Sand im Mund.“

Es war gegen 21.30 Uhr am Montag, als Bischofs Großmutter die ersten Symptome bemerkt hatte. Die Zwei-Zimmer-Wohnung war bis zu ihrer Rückkehr leer, niemand hatte darin etwas gekocht, „und meine Oma hat auch keine giftigen Putzmittel oder ähnliches“, sagt Enkeltochter Monika Bischof.

Als sie dieselben Beschwerden wie ihre Großmutter bekam, gingen beide hinaus ins Freie. Dort ging es zwar besser, der kratzende Husten aber war nicht vorbei. Zwei Nachbarn (27 und 31), die ebenfalls in dem Mehrfamilienhaus wohnen, kamen um nachzusehen, was los ist. „Wir wollten uns vergewissern, dass wir nicht verrückt geworden sind, und gingen mit ihnen gemeinsam in die Wohnung, um zu kontrollieren“, berichtet Bischof. Nur wenige Augenblicke, nachdem sie die Wohnung betreten hatten, bekamen alle starke Atemwegreizungen und -schmerzen, und wieder dieses trockene, kratzende Husten und dieses Brennen im Hals. „Weil ich nicht wusste, was wir tun sollten, habe ich die Feuerwehr verständigt“, erzählt Monika Bischof.

Als die Rettungskräfte eintrafen, klagten vier weitere Personen aus dem Haus über Beschwerden, berichtet die Polizei am Dienstag in ihrem Pressebericht. Darüber hinaus erlitt ein Feuerwehrmann während des Einsatzes eine Kreislaufschwäche, so dass letztendlich neun Personen verletzt waren, fünf von ihnen kamen ins Krankenhaus. Darunter Monika Bischof und ihre Großmutter.

Sicherheitshalber wurden das Haus sowie das Nachbarhaus evakuiert, die rund 20 Bewohner wurden im Poinger Feuerwehrhaus untergebracht und versorgt. Währenddessen führten die Feuerwehrkräfte in sämtlichen Räumen, inklusive Keller und Tiefgarage, Gefahrenstoffmessungen durch. Ergebnis: negativ. Auch die Bewohner gaben an, keinen ungewöhnlichen Geruch festgestellt zu haben. Die Polizeiinspektion Poing hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.

Nachdem das Mehrparteienhaus mittels Gebläse gelüftet worden war, konnte es gegen 1.30 Uhr wieder frei gegeben werden, teilt die Polizei mit.

Monika Bischof und Elsa Riedel wurden nach drei Stunden Untersuchungen (ohne Auffälligkeiten) aus der Kreisklinik Ebersberg entlassen. Nach ihrer Rückkehr in die Wohnung spürte Riedel keine Besonderheiten mehr.

„Das ist alles schon sehr seltsam“, sagt ihre Enkeltochter. „Zum Glück ist nicht mehr passiert.“

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