Drei Männer stehen an einem Mahnmal.
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Gedenkminute am Mahnmal: Bürgermeister Thomas Stark mit den beiden Pfarrern Michael Simonsen und Philipp Werner (v.li.).

Gedenkminute

Auch in Corona-Zeiten: Erinnern an die Opfer des Todeszuges von Poing

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die mittlerweile gestorbenen Zeitzeugen Max Mannheimer und Leslie Schwartz, Überlebende des Holocausts, waren oft in Poing. Aus traurigem und gutem Grund.

Poing – Auch wenn in der Corona-Pandemie keine öffentliche Veranstaltung hat stattfinden können, ist in Poing den Opfern des Todeszuges vom 27. April 1945 gedacht worden. Bürgermeister Thomas Stark hat mit den beiden Pfarrern Philipp Werner (katholisch) und Michael Simonsen (evangelisch) eine Gedenkminute am Mahnmal abgehalten und ein Blumengesteck niedergelegt.

Das Mahnmal mit 50 stilisierten Figuren aus Eisen wurde vor elf Jahren auf der Südseite des Poinger S-Bahnhofs errichtet. Am 27. April 1945 stoppte dort ein Transport mit etwa 3600 vorwiegend jüdischen KZ-Häftlingen. Beim Halt in Poing versuchten viele der Insassen zu fliehen, 50 von ihnen wurden auf der Flucht von NS-Schergen ermordet.

Poing: NS-Schergen ermorden flüchtige KZ-Häftlinge

Die Gemeinde Poing veranstaltet seit 2010 jedes Jahr eine öffentliche Gedenkfeier am Mahnmal. Wegen der Corona-Pandemie musste diese nach 2020 jetzt zum zweiten Mal ausfallen. Die Erinnerung aber wird weiter aufrecht erhalten.

Zu den Gedenkfeiern kamen neben Bürgerinnen und Bürgern in der Vergangenheit auch Max Mannheimer und Leslie Schwartz. Beide waren Überlebende des KZ-Transports, beide kehrten immer wieder nach Poing zurück. Als Zeitzeugen berichteten sie insbesondere in Schulen von den Gräueltaten der Nazi-Herrschaft.

Die beiden Überlebenden des Holocausts sind mittlerweile gestorben: Leslie Schwartz starb mit 90 Jahren vor einem Jahr, Max Mannheimer 2016 im Alter von 95 Jahren. Nach ihm ist das Poinger Bürgerhaus benannt.

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