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In der Asylbewerberunterkunft im Poinger Ortsteil Grub wurde am Donnerstag der dritte Täter festgenommen.

Polizei nimmt dritten Täter fest

Augenzeuge der Vergewaltigung: „Keiner hat geholfen“

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Sechs Tage nach der Gruppen-Vergewaltigung eines Mädchens (16) im Ortskern von Höhenkirchen-Siegertsbrunn sitzt nun auch der dritte Täter in U-Haft.

Grub/Höhenkirchen -  Polizisten holten den Afghanen (18) Montagfrüh in einer Unterkunft im Poinger Ortsteil Grub ab. Kratzspuren an seinem Körper zeigen, dass auch er bereits im Begriff gewesen war, über das Mädchen herzufallen. Der Ermittlungsrichter hatte ihn zunächst freigelassen, was für Unverständnis in weiten Teilen der Bevölkerung sorgte. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein, der nun stattgegeben wurde.

Zwei weitere Afghanen (27 und 17) waren dank des beherzten Eingreifens des Augenzeugen Ergin A. (36) unmittelbar nach der Tat von der Polizei gefasst worden. Auch ihn beschäftigen die Ereignisse immer noch – vor allem deshalb, weil ihn andere Zeugen völlig im Stich ließen. Das kann der in Deutschland geborene, türkische Druckerei-Mitarbeiter nicht begreifen.

Er hatte an jenem Abend gegen 20.15 Uhr gerade seine Freundin abgesetzt, als er die Schreie eines Mädchens hörte. „Ich bin aus meinem Auto gesprungen und auf die Täter zugerannt. Sie waren sehr erschrocken und rannten davon.“ Ergin A. lief einem der Täter nach, schrie einem Passanten am Edeka-Markt zu: „Hilf mir!“ Der Flüchtende blieb schließlich stehen und gab auf. Ergin A. versuchte, weitere Passanten und Autofahrer anzuhalten. „Ich fühlte mich total allein. Keiner der Leute in der Nähe hat auch nur ein geringes Anzeichen von Hilfe gezeigt. Einige Autofahrer fuhren einfach um uns herum, einige hupten. Es war beängstigend.“

In diesem Moment sah Ergin A. den Haupttäter auf der Straße – und in der Ferne einen Streifenwagen am Bahnhof! „Ich bin in mein Auto gesprungen und habe die Beamten informiert.“ Wenig später waren alle drei Täter gefasst. Ergin A. ist seither nicht zur Ruhe gekommen: „Wo waren die Menschen, die all das hätten verhindern können? Ich war doch nicht der Einzige, der die Schreie des Mädchens gehört hat.“ Seine Gedanken sind bei der 16-Jährigen: „Ich wünsche ihr, dass sie bald wieder ein normales Leben führen kann.“

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