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Vor 38 Jahren gingen sie gemeinsam in die 1. Klasse (v.li.): Bianca Herbst, Daniela Scholz, Karin Michl und Gabi Gründhammer.

Grundschule in Poing-Süd

Aus die Maus!

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Es war der allerallerletzte Schultag in der Grundschule Karl-Sittler-Straße: Nachdem die „normalen“ Schüler ihre Zeugnisse erhalten haben, durften am Freitag ehemalige Schüler ins alte Gebäude, das ab August abgerissen wird. In Erinnerungen schwelgen am „Nostalgie-Tag“.

Poing – Als der Stundengong ertönt, horchen die vier Frauen auf, blicken sich an und lachen: „Genau wie früher!“ Wie vor 38 Jahren, als sie in die erste Klasse der Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd gekommen sind, positionieren sie sich auf jener Treppe in der Aula, auf der in den vergangenen sechs Jahrzehnten unzählige Klassenfotos gemacht wurden. Gabi Gründhammer, Karin Michl, Bianca Herbst und Daniela Scholz sind am Freitagnachmittag noch einmal durch jene Räume geschlendert, die sie im September 1979 als Sechsjährige zum ersten Mal betreten haben.

Staubtrocken: das ehemalige Lehrschwimmbecken im Keller der alten Schule.

Beim „Nostalgie-Tag“ haben viele ehemalige Schüler die Möglichkeit genutzt, Abschied zu nehmen. Ab Mitte August wird das alte und marode Gebäude abgerissen und durch ein neues ersetzt. „Wahnsinn, dass vieles immer noch so ist wie damals“, staunen die vier Freundinnen, als sie durch die Gänge gehen. Nein, verändert hat sich nichts, weder die Böden, noch die Wände, noch der leicht muffige Geruch. Sie wurde auch nie renoviert, Poings alte Volksschule.

Die ehemalige Schülerin Daniela Scholz ist mittlerweile Konrektorin, Tanja Markefka seit 2009 Rektorin. Beide packen an diesem „Nostalgie-Tag“ die letzten Kisten, am Montag kommen die Umzugswagen. „Es ist wie bei einem normalen Wohnungsumzug, mit dem schönen Unterschied, dass man das Haus nicht auch noch putzen muss“, sagt Markefka und lacht.

Gabi Gründhammer, Karin Michl und Bianca Herbst sind mittlerweile im Keller angelangt, im jetzt leeren Lehrbecken, in dem sie ihre ersten Schwimmversuche gemacht haben. Ein paar Zimmer weiter: die alte Schulküche. „Dort haben wir das Kochen gelernt. Nicht nur in der Schule, sondern vor allem in vielen Vhs-Kursen“, erinnert sich Gabi Gründhammer. Sie hat noch eine besondere Bitte an Schulleiterin Tanja Markefka: „Darf ich mal ins Lehrerzimmer? Als Kind durfte man da nie hinein.“ Die heutige Rektorin schmunzelt, kramt den Schlüssel hervor, sperrt die Tür zum Allerheiligsten einer jeden Schule auf – und schwupps!, ist der Wunsch erfüllt. Einen solchen kann sich der eine oder andere ehemalige Schüler in einer Woche, am Freitag, 4. August, ebenfalls erfüllen: von 8 bis 12 Uhr darf alles mitgenommen werden, was nicht niet- und nagelfest ist.

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