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Im Erdgeschoss des Poinger Rathauses sind die Holzfiguren von Roland Dittel ausgestellt.

Ausstellung

Eine Glasvitrine voller Leben

Rund 80 kleine Holzfiguren sind jetzt im Poinger Rathaus zu sehen. Auf den ersten Blick scheinen sie unbeweglich...

Poing – Auf den ersten Blick sehen die meisten aus wie relativ einfach geschnitzte Figuren. Erst bei ganz genauem Hinsehen fällt auf, dass viele Exemplare mit ausgeklügelten mechanisch gesteuerten Antriebsmechanismen versehen sind. Der Akkordeonspieler kann ebenso bewegt werden wie der Radfahrer, die Sekretärin am Computer oder der Sportler auf der Kegelbahn. Alles in Kleinarbeit liebevoll geschaffen von Roland Dittel. Ab sofort zu sehen in einer Glasvitrine im Erdgeschoss des Poinger Rathauses. Bei der Vernissage am Freitag hat Bürgermeister Albert Hingerl den Künstler als „Freund und Mäzen der Gemeinde“ bezeichnet.

Rund 80 unterschiedliche Figuren gibt es jetzt zu bestaunen, während der Öffnungszeiten des Rathauses (Montag bis Freitag von 8 bis 12.30 Uhr sowie Donnerstag zusätzlich von 14 bis 18 Uhr) – für etwa drei Monate, wie Kulturreferentin Birgitta Nagel verkündete.

Zur Eröffnung der Ausstellung trug Roland Dittel ein gestreiftes Shirt und eine Augenmaske. „Ich bin heute als Panzerknacker hier“, verkündete er zum Erstaunen der rund 30 Gäste. Er sitzt an einer selbst gebauten „Geldeintreibungsmaschine“ und freut sich über jeden „Zwickel für einen guten Zweck“.

Die Bastelleidenschaft habe ihm schon immer im Blut gelegen, erzählt der Poinger. Er hat Modellbau gelernt und studiert, dann arbeitete er beim Max-Planck-Institut für Astrophysik, in der Trick-Abteilung der Bavaria Filmstudios und bei Wacker-Chemie. Vor zehn Jahren zwang ihn eine schwere Krankheit in den vorzeitigen Ruhestand.

Er begann, Pappfiguren zu entwerfen und zu basteln. Irgendwie aber waren sie ihm zu unbeweglich. „Also habe ich sie mit Zugmechanismen zum Leben erweckt.“ Später stieg er auf Holzfiguren um. Roland Dittel fühlt sich nicht als Künstler, sondern als „kreativer Rentner“.

Seine Figuren sind Figuren aus dem täglichen Leben: Berufsalltag, Freizeit, Sport, Verliebte oder Rentner auf einer Bank. Und auch Bürgermeister Albert Hingerl bei der Arbeit.

Zu kaufen gibt es keines dieser wundervollen Exemplare. „Ich verschenke sie an Leute, die ich mag“, sagt der Modellbauer mit den vielen Ideen und nennt als Begründung: „Verschenkte Freude ist bekanntlich doppelte Freude.“ Rund 40 Personen seien schon auf diese Weise beglückt worden, weitere dürften in nächster Zeit noch dazukommen.  dul

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