So soll das neue Gewerbegebiet in Parsdorf einmal ausschauen.
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So soll das neue Gewerbegebiet in Parsdorf einmal ausschauen.

Neues Gewerbegebiet

Batterieproduktion in Parsdorf: Über 20 Meter hohe Schornsteine geplant

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Für die Produktion von Lithium-Ionen-Zellen, die BMW im neuen Gewerbegebiet Parsdorf plant, werden über 20 Meter hohe Schornsteine gebaut. So steht es im Umweltbericht.

Poing/Parsdorf – Nachdem das Ergebnis der Immissionsprüfung vorliegt, hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderates Poing nun nachträglich dem Bebauungsplan bzw. dessen Änderung für das neue Gewerbegebiet Parsdorf zugestimmt. Im Juli hatte der Poinger Ausschuss dies noch abgelehnt, weil Verwaltung und Gemeinderat wissen wollten, ob und wie sich die Batterie-Produktion von BMW im neuen Gewerbegebiet (das derzeit zwischen Grub und A 94 gebaut wird) auf Mensch und Umwelt auswirkt.

Bau- und Umweltausschuss Poing erteilt Zustimmung

In der jüngsten Sitzung des Poinger Bau- und Umweltausschuss präsentierte die Verwaltung die Ergebnisse des Umweltberichts, der im Rahmen des Bauleitverfahrens und nach dem Bundes-Imissionsschutzgesetz zum geplanten Vorhaben der Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen erstellt worden ist. Darin heißt es unter anderem: „Die Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen wird auf dem neuesten Stand der Technik geplant und realisiert. Emissionsrelevante Prozesse werden abgekapselt, abgesaugt und erforderlichenfalls Abluftreinigungseinrichtungen zugeführt.“ Vorhandene lösungsmittelhaltige Abluft werde über Abluftreinigungssysteme geleitet, heißt es weiter. Das eingesetzte Lösungsmittel soll über eine Kondensationsanlage „mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent zurückgewonnen und aufbereitet werden“.

Abgase werden über Schornsteine abgleitet

Laut Umweltbericht ist geplant, für die Ableitung der anfallenden Abgase Schornsteine mit einer Höhe von 22,6 Metern zu errichten. Zum Vergleich: Poings neue Pfarrkirche sowie der Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr Poing sind beides 30 Meter hoch. Um die Auswirkungen der Kamine bei BMW auf das Orts- und Landschaftsbild bewerten zu können, sei eine „entsprechende Sichtfeldanalyse“ durchgeführt worden: „Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Dachaufbauten und Kamine aus den angrenzenden Gemeinden Grub, Heimstetten und Feldkirchen, sowie nördlich von Parsdorf, mit unterschiedlicher und überwiegend geringer visueller Wirkung im Siedlungsbild in Erscheinung treten werden.“

Umweltbericht: Alle Grenzwerte werden eingehalten

Das Ergebnis der Immissionsschutzprüfung: „Da die Emissionsgrenzwerte eingehalten werden, die Abluft (...) dem Stand der Technik entsprechend abgeleitet wird und die Bagatellmassenströme (...) nicht überschritten werden, sind auf Basis des aktuellen Kentnissstands durch das Vorhaben keine schädlichen Umwelteinwirkungen, insbesondere auf das Schutzgut der menschlichen Gesundheit, zu erwarten. Auch erhebliche Geruchsemissionen werden durch geeignete Maßnahmen vermieden.“

Des Weiteren wird im Umweltbereich auf das Thema Lärm eingegangen. Die schalltechnische Untersuchung komme zu dem Ergebnis, dass bei der Produktionsstätte die Immissionsrichtwerte „um mindestens 19 Dezibel unterschritten werden“. Dies habe eine Untersuchung anhand der bisherigen Planung den bisher absehbaren Betriebsabläufen ergeben.

Letzter Punkt, der in der Bau- und Umweltausschusssitzung vorgetragen worden ist: Die von BMW geplante Anlage zur Fertigung von Batterieprototypen für die Automobilindustrie sei „nicht als Störfallbetrieb (...) zu bewerten“, heißt es im Umweltbericht.

Aufgrund all dieser Auswertungen und Ergebnisse hat der Poinger Bau- und Umweltausschuss dem Vorhaben nun zugestimmt.

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