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Genaue Kontrolle ist erforderlich, um beste Qualität vom Grill abliefern zu können. 

Bayerische Grillmeisterschaft

Hier brutzelt‘s und schmeckt‘s

Zeitgleich mit der Fußball-WM fand in Poing die Bayerische Grillmeisterschaft statt. 20 Teams legten sensationelle Gerichte und Köstlichkeiten auf. 

Poing – Selbst ein Blinder hätte die Meister der Männer-Domäne auf dem Marktplatz ganz leicht gefunden: Das Duftgemisch aus verbrannter Holzkohle und viel gebrutzeltem Fleisch hing verräterisch in der Luft, führte direkt an den Ort des Geschehens. Schließlich stand wieder einmal die Poinger Grillmeisterschaft an, die zum offiziellen Bayerischen Championat zählt und ganz nach den Regeln der German Barbecue Association (GBA) abläuft, quasi dem Deutschen Griller-Sportbund.

Dass deutsche Männer gerne grillen, lässt sich zur Sommerszeit allüberall feststellen: Da steht der Herr des Hauses, sonst nicht unbedingt in Küchen-Nähe zu orten, gekleidet in eine Schürze mit meist albernem Aufdruck an seinem Rundgrill samt Haube und pflegt sein Grillgut. In der einen Hand die Grillzange, in der anderen meist eine Flasche Bier, genießt er so seinen Feierabend. Über diesen Amateur-Status sind die meisten der 20 Grill-Teams, die sich am Samstag in Poing trafen, längst hinaus. Sie haben ihr Hobby zum Wettbewerb gemacht, messen sich mit anderen Herrschern des offenen Feuers in der Fertigkeit, aus Fleisch und anderen Delikatessen auf dem Holzkohlegrill wahre Essenskunst zu zaubern – mit erstaunlicher Finesse und Kreativität.

Alle Teilnehmer hatten vier verschiedene Gänge zu erfüllen, die anschließend von den 27 Juroren geprüft wurden: ein Produkt unter dem Motto „Alles aus dem Meer“ mit Beilage, eine Schweinelende mit Beilage, ein Fingerfood samt Beiwerk, sowie ein Dessert. Von jedem Gang waren zur Prüfung jeweils vier Portionen sowie ein so genannter Schauteller gefordert. Jeder der Juroren hatte immerhin 13 Portionen zu probieren und nach einem Notenschlüssel zu bewerten.

„Vor fünf Jahren sind wir mit drei Teams gestartet, es wurden dann immer mehr“, erinnert sich Organisator Ulli Wette, der zusammen mit seiner Frau Nina die Poinger Grillmeisterschaft ins Leben gerufen hat. Er kam in Kontakt mit dieser Disziplin unter anderem in den USA, wurde GBA-Mitglied und seit vielen Jahren immer wieder Juror – bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie bei regionalen Wettkämpfen in aller Welt.

Organisator Uli Wette (li.) war auch als Juror im Einsatz. Die Jury bestand aus insgesamt 27 Mitgliedern.

Zusammen mit dem Westernfest, das das City Center am gleichen Tag veranstaltete, wurde erstmals gleichzeitig auch die Poinger/Bayerische Grillmeisterschaft durchgeführt. „Die Zusammenarbeit lief hervorragend“, lobt Wette. Aus ganz Süddeutschland waren die Teams angereist, alle mit kleinen Pavillons über den Grills, die Griller meist einheitlich gekleidet, und natürlich bestens mit dem notwendigen Equipment ausgerüstet. Nicht nur Fleisch und Zutaten mussten selbst mitgebtracht werden, auch Teller, Besteck, Gewürze, ja selbst Küchenrollen waren im Gepäck. Und natürlich einige tapfere Kumpels im Team, um die vielen kleinen Aufgaben rund um den Grill zu erledigen.

Andreas Krumpholz (41), Vermögensberater aus dem benachbarten Kirchheim und Chef der „Grill-Granaten“ erzählt: „Wir nehmen jetzt das dritte Mal teil, wurden 2017 Dritte und sind ein Team aus Nachbarn und Freunden, das Spaß am Grillen hat. Wir bieten einen Wolfsbarsch mit Garnelen an, danach eine mit Mozzarella gefüllte Schweinelende, einen Tortilla-Wrap mit Avocados und Datteln sowie als Dessert eine Creme brulée mit Schoko-Brownies. Drei Mal haben wir zuvor geübt, und nun hoffen wir auf ein gutes Ergebnis“.

Auch Danny Holzinger von den „Auftrags-Grillern“ aus Berglern (Landkreis Erding) hat mit seinen Kumpels einige Male geprobt. Der 38-jährige Koch bietet beim Wettkampf in Poing als Vorspeise gegrillte Jakobsmuscheln mit Riesengarnelen an, danach ein Käsefondue von der Schweinelende, ein Lammkarree mit Kräuter-Kruste sowie einen Baumkuchen mit flüssiger Schokolade und frischen Erdbeeren. „Wir grillen aber nicht nur hier bei der Meisterschaft, wir sind auch zu mieten – für Partys oder Geburtstage“, nutzt der Feinschmecker die Veranstaltung gleich zur Eigenwerbung.

Letztlich gewonnen hat das Team „Boandl-Kramer“ aus Burgau, das sich nicht nur offizieller Bayerischer Grillmeister 2018 nennen darf, sondern als Belohnung noch einen neuen Gasgrill sowie etwas Preisgeld bekommen hat. Zweite wurden die „Grill-Granaten“ aus Kirchheim, die einen Reise-Grill mit nach Hause nehmen durften, die „Woazn-Bazis“ aus Weil freuten sich als Dritte über viel Grill-Zubehör.

Claudia Dorat aus Durach bei Kempten, 2017 noch Bayerischer Grill-Meister, war froh, dass sie und ihre Mannschaft „nun nicht mehr den Druck haben, beste sein zu müssen. Wir haben hier erst einmal den Vorjahrestitel zünftig gefeiert. Und letztlich ist der Erfolg beim Grillen sowieso subjektiv – nur der persönliche Geschmack zählt beim Essen“.

Friedbert Holz

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